Langsam wird es

Gestern, nach dem Filter Abenteuer, habe ich noch die Elektronikkabel sortiert, alle SeaTalk und alle NMEA183 fein säuberlich ausgelegt, geschaut, dass nichts über Kreuz läuft. Dann noch das SeaTalk Kabel am Autopiloten angeschlossen.

P1000699Heute wurde dann fliegend alles verbunden um zu sehen ob alles funktioniert. mindestens drei mal alle Kabel neu in Lüsterklemmen geschoben Navigation einschalten Kontrolle es geht alles prima. Dann habe ich mich an die Stecklüsterklemmen erinnert und noch mal alles umgebaut. Die Funke dran, AIS konrolliert… alles läuft auf Anhieb.

P1000695Trotzdem, vermutlich werden ich die Kabel noch in Verteilerschuhe Krimpen, das erscheint mir zuverlässiger.

Zumindest habe ich jetzt die Kabel P1000697und Anschlüsse so gelegt, dass aus dem GPS Empfänger ein NMEA kommt, das geht in das ST60 Graphic und ist dann SeaTalk. Das NMEA geht zur Funke und das AIS als NMEA aus der Funke zum Plotter. Das ST60 Graphic fungiert als Konverter. Wobei das SeaTalk Signal eh nichts anderes als NMEA ist. Nur die Kennung der Datensätze ändert sich.

 

P1000698Von den modernen Bussen, SeaTalk NG, Seatalk2000 oder NMEA2000 halte ich bisher nicht so viel. Es scheint bestechend, ein Kabel nacheinander zu allen Geräten. Mit T-Stücken einen P1000700Abzweig zum Gerät, ein Abschlusswiderstand – fertig. Zu oft habe ich Menschen fluchen hören. Die Geräte benötigen die richtige Reihenfolge der Priorität, sonst geht nichts. Wenn ein T-Stück einen Fehler hat ist das kaum zu finden. Um den Bus funktionsfähig zu machen ist ein Computer zwingend notwendig. Das mag für den Urlaubs- und Wochenendsegler toll sein, Fern ab von Zivilisation findet man überall ein 0,75mm” Kabel, ein paar Lüsterklemmen, klemmt das zusammen und sieht nach ein paar Minuten ob die Daten wieder da sind. Es gibt an jedem Gerät einen Stecker, wird der gezogen geht eben dieses Gerät nicht mehr. die Datenkabel haben ein, oder zwei Hauptverbindungsstellen, schnell kontrolliert und eben so schnell repariert.Gut, für Videoübertragung geht die Geschwindigkeit von max. 38400 Baud (Bit pro Sekunde) nicht. Na ja – Neugeräte haben fast ausschließlich diesen CAN Bus.

Manchmal kann man Schildern glauben

Ich werd’s nicht lernen. Bevor ich mich mit der Verkabelung des SeaTalk Busses und des NMEA183 Busses befasse will ich mal eben schnell den dunklen Schmodder aus dem Dieselfilter ablassen. Ist wohl ein Gemisch aus toten Bakterien, Grotamar und was weiß ich noch. Dazu das Grukenglas P1000703 (2)herbei geholt, einen Schlauch auf den Ablass gesteckt und die Ablassschraube geöffnet. Die Soße ist dick wie Getriebeöl und kommt kaum aus den Schlauch gelaufen.

Als alles raus ist will ich die Schraube zudrehen. In Pfeilrichtung nach rechts. Da kommt aber kein Wiederstand und ich drehe die Schraube immer weiter heraus. Nö, so kann das wohl nicht sein, also anders herum. Ahh, die Schraube dreht sich hinein und ist irgendwann fest. So muss das wohl sein. Ist der Pfeil für den Deckel und gar nicht für die Ablassschraube?

Also Motor starten, und nachsehen ob alles gut ist. Die Maschine startet, am Filter sehe ich Luftblasen. Na ja, denk ich noch, wird wohl Luft sein, die… dann stirbt die Maschine ab. Kruizifix noch mal. Starversuche, sie läuft wieder. Die blasen unten sind größer… Tock, tock, tock Maschine steht. Doch nun kommt ein Propfen Schmodder aus dem Schlauch und gleich Diesel hinterher. Schnell die Schraube wieder andersherum gedreht es wird dicht.

Des Rätzels Lösung Die Hohlschraube drückt beim Eindrehen ein selbstschließendes Ventil auf. Die gelöste Schraube lässt das Ventil in Dichtstellung gehen. Hat also gestimmt, der Pfeil.

Gut, dass ich alleine war

Die seltsam hinter der Navikoje verlegten Kabel sollen raus und nach oben. Dazu muss ich erst einmal den Kleiderschrank leer räumen. Die Bügel fallen, ich fluche, die zwischengelagerten Bretter klemmen, ich fluche, Dann kommt ein ewiges hin- und hergelaufe – immer durch den Kriechtunnel. Kabel eins, die Leitung zum Hecklicht, geht leicht raus, Kabel zwei, das Antennenkabel für das Wetterfax geht so. Kabel drei, Die Leitung zum defekten Solarpanel ist so press durch ein Miniloch gezogen, dass ich eine Zange brauche um es heraus zu ziehen. Irgendwann ist das geschafft. Nun das Loch durch die Schottwand vergrößern, der 25mm Forstner ist stumpf, also mit dem 15er vorbohren dann 25mm nachbohren, klappt, das GPS Kabel bleibt (fast) unverletzt. Unter vielen weiteren Flüchen die Kabel durchziehen, alles (vor allem das GPS) fliegend anschließen, Kontrolle, alles funktioniert.

Schrubben

Ja, der hohe Norden. Bei Eiseskälte musste das Deck endlich mal wieder gesäubert werden. Die letzten drei Wochen haben es grün und grüner werden lassen. Dabei tritt eine besondere Verschmutzung zu Tage. Schwarze Stippen im neu gemalten Interdeck. Da wird wohl das Heizkraftwerk in der Nähe jede Menge Flammruß aussondern. Extrem fein war der die gesamte Saison im Cockpit und auf Deck zu sehen. Offensichtlich der Preis für den Umstieg von Steinkohle auf Gas.

Der Wurm ist drin

Nachdem gestern wie aus Zauberhand der Fluxgate bzw. die Anzeige keinen Mucks mehr von sich gab wurde heute die Schiebelukgarage abgebaut um zu kontrollieren ob ich ein Kabel abgerissen habe. Nix, alles sind dran. Dann den Fluxgate noch mal auseinander genommen, alles scheint in Ordnung. das Seatalk Kabel war verdreht. Eine Scheuerstelle gefunden, das Kabel durchtrennt, nix.

Nun hab ich nur noch die Idee, dass beim Windgeber Kabel  ein kleiner Kurzschluss vorliegt. Das werde ich morgen mit einem separaten Powerkabel prüfen. Die Idee, der Strom (nicht die Spannung) reicht nur noch für drei Instrumente. Am Eingang des Kompass Displays kann ich noch 13,4V messen. Wenn alles zusammengesteckt ist bricht diese auf um die 1V zusammen.

Schaun wir mal.

Volltreffer

Die Kabel sind halbwegs ordentlich verlegt, nichts klemmt oder kneift mehr, die Buchten sind ordentlich festgebunden. Jetzt soll der Navitisch zumindest vorläufig wieder an seinen Platz. Was fällt auf? ich betrachte die Kabel und sehe einen Schnitt. Klasse, das Kabel vom Windmesser hat einen fast scharfen Schnitt, vermutlich hat die Kante der GFK Schale für die Akkus hier ein Werk verrichtet. also ran, das Kabel wieder verlöten – funktioniert. Dann die Spannungsversorgung für den Plotter, jetzt noch das Seatalk Kabel…

Hier muss ich etwas zu stark an der Durchführung zur Schiebelukgarage gezogen haben. die ersten drei Instrumente funktionieren, Kompass und Autopilot haben keine Spannung. Auf dem Kabel ist eine Spannung von knapp über 1V.

Jetzt freue ich mich das Schiebeluk wieder anzuheben um an die Kabel zu kommen. Nightmare!

Zieleinlauf

P1000627Die elektrischen Kabel der Motorsteuerung wurden aus der Nische verlegt, das Bodenbrett mit einem geraden aufgedoppelt, das Loch für das Entlüftungsgitter gesägt und passend gefeilt, dazwischen gefühlte hundert mal KP1000628ühlschrank raus, Kühlschrank rein.

Die nächste Hürde wird die Befestigung sein. Rechts läuft die Wand zum Maschinenraum schräg nach oben zusammen. Links ist Kühlschrank und P1000630Wand nahezu parallel. Die Ideen sind Klötze, oder Bauschaum in Plastiktüten.

Jetzt ist aber erst mal eine Unterbrechung angesagt. In der Achterkajüte wartet neu entdeckter Kork. Der soll weg solange die Temperaturdifferenzen zwischen außen und der Heißluft nicht gar zu groß sind. Außerdem ist ein Frankfurter Abend mit Äbbelwoi und Handkäs mit Musik angesagt. Da sollte Pantry und Salon nicht mit abmontiertem zugestellt sein.

Vorbereitungen

Nun steht der neue Kühlschrank schon seit einem Jahr in seiner Nische. es wird Zeit hier mal eben den Anschluss zu machen und die Blende davor zu setzen. Da war es wieder, das “mal eben”.

Zuerst mussten die Kabel vom Motor zum Schaltpanel umgelegt werden. also direkt vom Motorraum zum Panel und nicht durch die Kühlschranknische. Schon schlimm genug… Dann ein dickes Kabel vom Kühlschrank zur Schalttafel. Gibt natürlich nur Draht und keine Litze… Dann Kühlschrank zurück in die Nische. Hoppla, was ist das? Die Bodenplatte ist um 2cm schräg – nee, oder?

Da wurde wohl bei der Reparatur der Werft vor 45 Jahren nicht so genau geschaut. Einmal liegt das Brett auf der Auflage und einmal wurde es unter die Auflage geschraubt. Also das Bodenbrett aufdoppeln und die Schräge ausgleichen.

Ein Teil fertig

Das Sägen der Löcher, das einpassen der Lautsprecher waren ein Teil. Jeder, der in eine Schiff P1000625schon mal etwas elektrisches neu installiert hat kennt das folgende Problem. Die Kabel müssen irgendwie unsichtbar (in unserem Fall) von Backbord nach Steuerbord, sollen zum einen nicht zu lang werden und zum anderen eben unsichtbar bleiben. Das klappte recht gut durch einen Kanal über dem Durchgang zur Nasszelle.

Zu Hause wurden die alten Klappen, in denen die alten Lautsprecher waren mit einem Rahmen und dem Fliegengitter versehen. Beide waren mal an Backbord und sind jetzt optisch gleichmäßig an Back- und Steuerbord. Zusätzlich sind die Schapps belüftet, ist sicher auch kein Schaden.

Urlaubszeit heißt

leise Basteln. Nachdem die Löcher für die Lautsprecher gemacht waren musste noch mit der Raspel geglättet werden, alles eingepasst und vor allem verkabelt werden. Zuhause wurden die alten Löcher mit einem Fliegengitter und Rahmen versehen und die Türen getauscht um ein einheitliches Bild zu bekommen.

P1000625Was soll ich sagen, der Klang der Zweiwege Systeme überzeugt. ich hätte nicht geglaubt, dass selbst bei Lautsprechern noch Raum für innovative Technik ist. Das Dröhnen, welches ich befürchtet hatte, ist nicht vorhanden. Sogar im Cockpit hört man nun gut die Mukke. Trotzdem wird nicht die gesamte Marina beschallt. Gut, endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Hoffen wir mal, dass das so weitergeht. Es ist schon eine Krux, im April ist es nass und kalt, im Mai beginnen die ersten Dänen ihren Urlaub, das zieht sich bis Ende September so durch. Mal will ja den Urlaubern nicht die freien Tage verderben und nimmt Rücksicht. im September ist es schon wieder kalt. dann kommt auch schon der Winter mit den kurzen Tagen. Na ja wird schon werden.