Ein frohes neues Jahr

Wir waren an diesem Silvester zum ersten mal in 12 Jahren in der Hafenspitze. Wanambi ist im Wasser und die Schiffbrände der vergangenen Jahre haben und an Bord gelockt. Die Belohnung war ein grandioses Feuerwerk, das über eine Stunde lang abgebrannt wurde. Natürlich flogen auch wieder Fallschirmraketen, Leuchtkugeln und Handfackeln. Beim stürmischen Nordwind knallten auch ein paar Silvester Raketen in die Wanten, diesmal zum Glück ohne Schaden für die Schiffe. Aber seht selbst.

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Zurück zum Ursprung

Nachdem alles nicht fruchten wollte, die neue/alte Pumpe nicht genug Diesel förderte und der Jahreswechsel vor der Tür steht, muss etwas geschehen. Warum Jahreswechsel, warum so ungeduldig? Die vergangenen Jahre zeigten immer wieder zum Jahreswechsel einen Frosteinbruch. Ohne Heizung müssten viele, viele Ventile, die Maschine, die Toiletten, die Wassertanks – eben das gesamte Schiff, frostfest gemacht werden.

Also kommt die Eberspächer DL3C zum Einsatz. Das Auspuffrohr passte, der Montagewinkel auch, Die Dieselleitung muss verengt werden. Strom muss irgendwie zum Brenner, die Steuerung braucht einen Platz. Kurzum es gestaltet sich fast wie ein neuer Heizungseinbau. Nach drei Stunden schnurrt das Schätzchen und beheizt den Raum.

Was nicht funktioniert ist die Regelung, sprich, man kann den Brenner nicht runterregeln – Mist, so kann er nicht durchlaufen.

Versuch macht Kluch

Ich habe noch eine “alte” Eberspächer  DL3C Heizung hier. Es wäre doch toll wenn, ja wenn, die Dieselpumpe die Planar betreiben könnte. Also los, die kleinere Pumpe im Gepäck, umbauen und Startversuch. – – – Nix geht, die Planarsteuereung entlockt der Pumpe ein zaghaftes klack————-klack. Die original Steuerung hingegen ein klackklackklack. Zusammen mit der geringeren Fördermenge reicht es nicht um die Planar Heizung zu betreiben – Mist.

Sie lief ja durch

die nagelneue Planar Heizung. 14 Tage verrichtete sie zuverlässig ihren Dienst und heizte Wanambi auf niedrigster Stufe auf 17°C im Inneren. Heute ging es zum Boot, es sollte so einiges gerichtet werden, unter anderem die Kühlschranknische an den Kühlschrank angepasst werden.

Es war verdächtig leise als ich unter die Plane kam. Schott auf, unter Deck Fehlercode 13 Erstauntes Smiley. Kein Diesel heißt das. Also Fehlercode löschen und Neustart – nichts. Der Tank ist voll, also in die Achterkajüte, Neustart, die Pumpe tut keinen Mucks. Ausbau, klopfen, wackeln, schütteln. Die Pumpe wird heiß, pumpt aber nicht.

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Frohes Fest.

Kalte Sachen

Die Heizung läuft nun seit 1 Woche ohne Probleme durch. Ich hatte sie auf 3°C eingestellt. Bei 3°C Außentemperatur wird der Salon mit Minimalleistung auf 18 bis 19°C geheizt. Nebeneffekt oder bester Effekt, alles wird langsam aber sicher trocken. Kein klammes Gefühl mehr vorhanden. Polster, Holz, einfach alles fühlt sich trocken an. Die Verlegung der Abgasleitung verschiebe ich erst einmal auf das Frühjahr. Es gibt noch genug zu tun um das Schiff bewohnbar zu machen.

P1000413Der Kühlschrank steht seit Herbst dieses Jahres in seiner geplanten Nische. Was mich noch abhielt waren zwei Leitungen. Einmal dieser ominöse Gasschlauch, der neben Tank in Richtung Pantry lief. In der Kühlschranknische kam er raus, lief vorne P1000414an der Kante Richtung Herd und verschwand in einem Topfschapp. Jetzt untersuche ich den Verlauf und finde heraus, dass er hier auch abgeschnitten wurde. Klasse, so stellt man sich das vor, man trifft auf einen Schlauch, der eindeutig ein Gasschlauch ist, bekommt einen Schreck, weiß nicht so recht ob das Ding noch Gas führt und findet dann zwei tote Enden.

Das nächste ist die 220V Leitung für die Steckdosen in der Pantry. Auch diese Leitung läuft ohne Not an der Vorderkante. Drunter ist jede Menge Platz und die Leitung wäre mechanisch geschützt. Also gibt es zwei Optionen, das Brett herausnehmen oder das Kabel abnehmen und neu verlegen. Brett herausnehmen geht nicht ohne große Demontagen. Es ist offensichtlich auf den Stabilisierungsleisten genagelt – hatten wir doch schon einmal im Salon… Also nehme ich den Weg des geringsten Widerstands, Kabel an der Steckdose ab, neu verlegen, nun unter dem Bodenbrett. Hört sich leicht an, ist aber, mal wieder, ein tückisches Unternehmen. Nach 3 Stunden und unzähligen Flüchen, dabei gefühlt 100 mal Kühlschrank nach hinten, nach vorne liegt die Leitung ist an eine neue Aufputzdose angeschlossen und alles läuft, wie es soll.

Suchen und verfolgen

P1000401Gestern ja bereits angedeutet hab ich mich heute auf die Suche nach dem Originalverlauf des Abgasrohres gemacht. Es gibt im Heck zwei Borddurchlässe, einer für den Auspuff des Motors, der andere ist von unten als Verschlossen zu tasten. P1000402Jetzt, nachdem ich eine Heizung eingebaut habe kommt der Gedanke, es ist vielleicht der Auslass der Heizung gewesen. Also erst einmal alles gelagerte Zeug von dieser Kinderkoje wegräumen, die Deckel öffnen und von oben den möglichen Verlauf der Leitung erkunden. Der PVC Gewebeschlauch ist die Maschinenraum Entlüftung, da hängt der Blower dran. Der Auslass ist Geschickt in einem der Festmacher Poller versteckt.der Schlauch hat 38mm und könnte abgewandelt als Borddurchlass dienen.

P1000407Aber wo ist der Durchlass im Heck? Die Klappe zum Ruderquadranten zeigt den Auspuffschlauch, den Quadranten ein großes Loch und einen Gewebeschlauch mit etwas seltsamem aus (vermutlich) Kunststoff. Ich habe keine Ahnung was das für eine Maschinerie ist. Der Gaskasten wird nach meiner Meinung durch ein kleines Loch im Spiegel entwässert und entgast. An das Ding und den Auspuffschlauch kommt man nur über das achtere Cockpit und dort dem kleinen Schapp, von uns als Kabelschapp benutzt. Schaun wir mal, ob ich hier über den Winter noch dran gehe. Vielleicht zum Gucken…

Die Heizung lief das erste mal über Nacht. Das Thermostat war auf 3°C eingestellt. Selbst in der niedrigsten Stufe hatte es 19°C unter Deck. Viel toller, es war fast alles trocken, Kondensat nur an den Decksluken. Man kann jetzt prima mit dem Sweatshirt und Jeans arbeiten. Zum Sitzen sind die 19°C natürlich auf Dauer zu kalt.

Isolierversuch, Rohr fest

Heute ohne Bilder, ich habe die gekaufte Rohrisolierung aus Steinwolle und Alukaschierung um das erste drittel Abgasrohr gepackt. Danach Die Heizung gestartet, Uff das gibt Qualm. Nach etwa einer Stunde, der Qualm ließ nach aber der Geruch bleib habe ich die Isolierung abgerissen. Wahrscheinlich ist irgend ein Bindemittel da drinnen welches die hohen Abgastemperaturen nicht aushält. Kaum rausgerissen verzieht sich der “Duft”  und der Qualm ist auch weg. Nach dem herunterfahren schraube ich das Abgasrohr mit einer Schelle fest und  starte neu. Jetzt geht das gut.

Was mir auffiel, während der Startphase qualmt der Bordurchlass ordentlich. Wie ich mich kenne wird das noch einmal verändert, Abgas dort wo es hin soll, nach achtern in den vorhandenen Durchlass. Nicht jetzt, jetzt muss die Heizung erst mal heizen.

Der letzte Schliff?

P1000393Heute geht es ans Kabel verstecken. Angesichts der Tatsache, dass die komplette Elektrik neu verlegt wird ist das natürlich nur eine interims Arbeit. Doch Provisorien halten bekanntlich am längsten Etwa ich?. Die ursprünglich aP1000394ngenommene Kabelführung, an der Schalttafel vorbei, erweist sich als problematisch, zum einen bekomme ich mit der lädierten Rippe das Loch im Batteriefach nicht gesägt, zum anderen zeigt sich bei genauem hinsehen ein Kabelstrang direkt in den Batteriekasten. Zu sehen ist das erst als ich den Tritt unterm Navitisch demontiere. Klasse also all das auseinander nehmen, und schauen wo die Kabel oben raus kommen.

P1000395Dann geht es los, Kabel ziehen, durch das Loch vom Maschinenraum zum Batteriekasten ziehen. Dabei hilft ein PVC Schlauch der steif genug ist um Ihn durchzuziehen und der die Stecker aufnehmen kann. Dann ab zum P1000397Batteriekasten, hier durch ein Loch fädeln und nach oben. Kein Problem mit dem Stromkabel, nun noch das Schaltpanel Kabel. Oops, das wäre auf dem anderen Weg schief gegangen. Die 6 Meter reichen gerade so aus. Glück gehabt. Jetzt noch ein Loch für das Panel und weg mit der Kabelei. Endlich sieht man was man gemacht hat.

Mit geschlossener Salontür ist schnell die Solltemperatur erreicht, nach dem öffnen zum Vorschiff spürt man einen kühlen Zug aber die Temperatur bleibt halbwegs konstant. Jetzt noch ein Dauerbetriebstest in den nächsten Tagen und der Frost ist gebannt.

Das Abgasrohr geistert mir noch durch den Kopf – vielleicht wird das alte System doch noch reaktiviert,  dumm wäre es nicht.

Leitungen legen

P1000391Nachdem nur endlich klar wurde wo der Rücklauf hin soll habe ich Glück. Jetzt gibt es ein Steigrohr für die Heizung. Was ich natürlich noch nicht weiß ist, wie tief das Rohr in den Tank geht. Das werden ich dann wohl irgendwann sehen. Interessant P1000392ist, wie sich nun das Rohr und die Schläuche fast von alleine an die richtige Stelle legen. Was noch fehlt ist der Treibstofffilter für die Heizung. Den muss ich bei Gelegenheit noch besorgen und einbauen. Die Pumpe hat nun auch ihren Platz. Die Original dünne Dieselleitung führt zum Brenner – also voller Erfolg.

Dann geht es an die Verkabelung. Den Verlauf der Leitungen kann man prima verfolgen, nur wie komme ich da hin. Nachdem ich allerlei wundersame Kabel, Schalter, Hauptschalter entdeckt habe bin ich nun etwas schlauer. Es gibt einen Hauptschalter um die Versorgungsbatterien mit der Starterbatterie zusammen zu schalten. Es gibt Löcher durch die ein Bündel von Leitungen Richtung Schaltkasten, Richtung Starterbatterie und Richtung Radio geht. Hier bekomme ich an einer Seite kein weiteres Kabel mehr durch – also neue Löcher sägen. Das ist für morgen, heute ist es zu spät und man will die Nachbarn ja nicht komplett verärgern.

Recherche

Fast zwei Tage hat es gebraucht endlich eine/zwei halbwegs brauchbare Anleitungen, Erklärungen, Zeichnungen zu finden, die deutlich machen ob denn nun der Dieselrücklauf durch ein “Steigrohr” oder frei in den Tank gehen sollte.

Yanmar gibt nicht explizit an, hat aber ein Zeichnung die eindeutig drucklos von oben den Rücklauf einspeist. Vetus hat eine Anleitung zum Einbau der Tankanschlüsse, die kein Rohr für den Rücklauf vorsieht, CAN Plastik hat zwar leider kein Anleitung, liefert aber nur ein Steigrohr für die Ansaugung.

Ergo, die Fachwerkstatt hat es über Jahre nicht bemerkt, dass der Rücklauf am Zulauf für die Heizung angeschlossen war und der eigentlich Rücklauf am Tank verschlossen war. Wer weiß, ob die Qualmneigung nicht vom Druck in der Rücklaufleitung herrührte. Vorstellbar wäre es, dass ewig zu viel Diesel an die Einspritzdüsen geleitet wurde, der nicht weg konnte. Wir werden es sehen.