Glück gehabt

2019-04-22-1War da nicht was beim letzten Eintrag? Steht ja deutlich genug drüber Zwinkerndes Smiley. Zumindest wurde der Rupf schön sauber. Ansonsten ist alles ein wenig durchwachsen. Während der Überführung fing es an zu schneien. Pünktlich zum 2019-04-22-2Anlegen kamen Böen mit 6 Bft, natürlich aus Nordost. Zum Glück hatten wir tatkräftige Hilfe an Bord, so kamen die Heckleinen leicht über und Wanambi in die Box. Toll, dass wir nun eine Heizung an Bord haben, so konnten wir noch ein wenig schwatzen ohne zu frieren.

Der 30igste von Ines lockte uns nach Frankfurt. Trotz irgendwelcher seltsamer Defekte am Auto wagten wir die lange Fahrt. Ist irgendwie gut gegangen. Ansonsten geht nun wirklich alles drunter und drüber. Zumindest scheint nun Ruhe in Ullis Familie einzukehren – schaun wir mal. Wir hoffen sehr uns nun langsam um unsere eigenen Dinge kümmern zu können.

So ein Mist

01-04-2019noch vor einer Woche haben wir die Bilgepumpe angeworfen und 180 Liter Wasser ausgepumpt. Jetzt das, wir wollten das Verlegen in die Heimatmarina vorbereiten. Das ist es was wir sehen, WANAMBNI liegt tief im Wasser.

DSC09888Der Schuldige ist schnell ausgemacht, die Pumpe hat wohl das zeitliche gesegnet und nun liegt der Kiel auf Grund. Das kann ja heiter werden.

Hilfe, wir saufen ab.

Heute wurde die Winterplane abgedeckt. Eine Schweinsarbeit die schwere LKW Plane über dem Baum zu falten. Irgendwann haben wir ein ziemlich unsauberes, zerknittertes “Paket” und es ist endlich wieder freie Sicht.

Dann noch ein wenig aufklaren unter Deck. Ulli sucht ihre “Tigertasche”, findet sie nicht. Isolierrohr einpacken, Leergut einpacken. Ich muss diese Woche noch ein/zweimal an Bord um die Schrauben aufzuklaren und startbereit zu sein.

…und dann die Eingebung noch mal kurz die Bilgepumpe laufen zu lassen…

Geschätzte 120 Liter Wasser waren da drinnen. Woher? Keiner weiß es. Die Geberdurchbrüche sind trocken, Das Ablaufventil vom Waschbecken ist trocken. Ich tippe auf die Schlauchverbindungen der Wassertanks die Kunststoffventile haben. Die Leitungen von der Pumpe zu den Zapfstellen kann es nicht sein – hier war Druck drauf und der blieb bestehen. Das Wasser war sehr klar und ohne jeden Ölfilm.

Egal wie, wir werden nicht umhin kommen einen neuen Automatikschalter und eine Ersatzpumpe zu kaufen. Altes Schiff, wenn Du ein Loch aufmachst musst du erst 10 weitere Löcher stopfen um zum Ende zu kommen.

Es soll kalt werden

Nach dem Lesen von Bedienungsanleitungen, Foren und der Reparaturanleitung geht es zu WANAMBI.  100 ml Benzin zum Spülen und die Hoffnung, nach Reinigung der Pumpe wird die Heizung wieder laufen. Also Pumpe auseinander, das minikleine Sieb gereinigt, die Pumpe mit Benzin laufen lassen um verklebte Reste zu spülen. Das alle klappt nur mit dem Start der Heizung. Weiße Schwaden steigen jedes mal aus dem Auspuff auf und kommen auch aus dem nun offenen Ende der Dieselzufuhr. Alles wieder zusammen bauen und Start – erst mal muss der Schlauch gefüllt sein, das sind schon mal 5 bis 6 Starvorgänge. Dabei habe ich den Durchsatz gemessen, 6,5 ml/100 Hübe ist das Minimum Soll. Das haut hin. Dennoch der Brenner bleibt kalt. Gedanklich baue ich die Heizung schon aus. Dann blubbert es schon wieder im Auspuff. Also raus mit der Brühe, die sieht nun gar nicht so übel aus.

Also Mut zum Risiko, Dieselzulauf abdrehen, Schlauch ab, Auspuff ab, Ansauggeräuschdämpfer ab. Nun die “nackte” Heizung starten lassen. Es kommt fiese braune Brühe aus dem Auspuff und aus dem Dieselzulauf der Heizung. Während der Heizphase kommt weißer Qualm und tropfenweise diese Brühe. 2 Stunden lassen ich die Starts wiederholen bis der Qualm langsam weniger wird. Die Tropfen noch mal abwischen und den Auspuff aufstecken. Noch ein paar Startversuche, hey, der Qualm wird immer weniger. Nach einer weiteren Sunde spüre ich beim Abwischen, der Auspuff ist warm (nicht heiß) Irgend etwas tut sich. Noch zwei mal zwei Starts und dann kommt die Dieselleitung wieder ran. Entlüften sind noch mal 4 “Trockenstarts”. Dann ist Diesel da und die Heizung beginnt zu poltern wie ein alter abgesoffener Zweitakter. Nach 1 Minute läuft der Brenner ruhig. Am Niedergang sehe ich dichte Wolken. Jetzt wird der ganze Schmodder verbrannt. Weiße Schwaden ziehen aus dem Auspuff, so dicht, dass man das Cockpitende nicht mehr sehen kann. Ich hab schon Angst, dass einer die Feuerwehr ruft. Fünf Minuten qualmt es jetzt schon. Ist da was kaputt? Da wird es langsam weniger. Die Luft wird klarer, eine Unmenge Ruß kommt zum Vorschein. Jetzt auf volle Kraft – die Heizung läuft hoch es qualmt nur noch wenig und hört schließlich ganz auf.

P1000446So ganz nebenbei habe ich alle verfügbaren Dokumente zu Wanambi durchforstet. Es soll ein 240 Liter Dieseltank eingebaut sein. Nun schau ich mir die Tankuhr noch mal genauer an – tatsächlich – das, was wie halb voll aussieht ist 1/4tel. Diese alten Uhren mit den dünner werdenden Balken… Aber gut zu wissen, bei 3/4tel Anzeige ist der Tank halb voll.

Überraschung? Eigentlich nicht!

An der Tankstelle 60 Liter Diesel kaufen und damit zum Boot. Am Hafen werden die 60 Liter ausgeladen und zu Wanambi gebracht. Alles an Deck, zum Glück war Niedrigwasser und ich konnte die Kanister vom Bug aus herüberholen. Die Plane weg, und nun? Mist die Heizung ist aus. Ein kurzer Dreh am Hauptschalter zeigt es, der Tank ist LEER.

P1000444Kein Problem, denke ich, ich hab ja 60 Liter frischen Diesel dabei. Also die ersten 20 Liter eingefüllt. Die Tankuhr zeigt den ersten Zuck. Foto machen, Strich machen und weiter mit den zweiten 20 Litern. Nun spinnt das Ding und zeigt P1000446einen vollen Tank. Also erst mal alle Schrauben der Kontakte nachziehen, nein, es bleibt bei VOLL. Kann nicht sein, die restlichen 20 Liter in den Tank, es bleibt wie es war.

Erst mal egal, es ist, trotz tollstem Sonnenschein, frisch. Also Heizung starten – nichts – Fehler 13 der bedeutet kein Diesel. Noch mal, noch mal. Es tut sich nicht viel, Aus dem Auspuff qualmt es erbärmlich aber der Brenner startet nicht. Dann gluckert es im Auspuffrohr, also ab mit dem Ding, die Brühe auslaufen lassen. Gelb/braune Suppe lauft raus, Echter Dieselgeruch ist aber nicht dabei.

Nach zig weiteren Versuchen gebe ich für heute auf, es ist deutlich kalt. Der Ostwind grüßt mit Gefrierschrank Luft.

Messen, Aufmachen, Nachsehen

P1000432Um eine Idee zu bekommen wie Kabel verlaufen sollen, wie die neuen Schalttafeln verdrahtet werden und ob ich neue Kabel brauche sehe ich hinter die die alte Schalttafel. Was zunächst wie P1000430Kraut und Rüben aussieht entpuppt sich als ordentliche Verdrahtung. In Ermangelung von Klemmschienen wurden die Schalttafeln mit steckbaren Lüsterklemmen verbunden. Sowas bekommt man heute gar nicht mehr. Es sind wirklich zwei Lüsterreihen, die mit Stiften (Male und Female) versehen sind. Alles natürlich dem Alter von 55 Jahren entsprechend äußerlich korrodiert. Aber es hielt bis heute, So schlecht kann es also nicht gewesen sein.

Ich klappe das Brett wieder nach hinten. Es ist Ende Januar, meine Zeit ist begrenzt und am 1. April ümssen wir fahrbereit sein. Das traue ich mir erst zu wenn alles zu Hause fertig ist und dann nur noch zusammengesteckt werden muss.

P1000436Statt Dessen wird noch einmal gemessen ob das Wetterfax passt und welche Breite das entstehende Loch überdeckt. Die Kälte ist weg, trotzdem fülle ich ca. 35 Liter Diesel in den Tank. Die Anzeige P1000433sagt mir es fehlen 50 Liter bis voll, also müsste ich rund 180 Liter im Tank haben. Die Kanister werden zusammengebunden und zur Neubefüllung von Bord geschafft. Die Nacht ist wieder, der Ostwind lässt grüßen, gefühlt bei minus 10°C. Die Wirklichkeit zeigt minus 2°C. Tagsüber ist es warm mit 5 bis 6°C.

Erst heute hab ich wieder Zeit

P1000427DerBeruf lastet, wie jedes Frühjahr, auf meiner Zeit. Heute Nacht sind -7°C angesagt, Zur Sicherheit geht es zu Wanambi. Kontrolle ob die Heizung läuft. Leider sieht man es auf dem Bild nicht wirklich, die Förde beginnt zu frieren, eine hauchdünne Eisschicht wird in der Zeit meines Wirkens immer dicker.

P1000429Um etwas zu tun zu haben baue ich das Schappbrett über Navigation aus, hier kann ich zu Hause das UKW Funkgerät einbauen und mit etwas für die neue Schalttafel überlegen. Es ist gemütlich warm im Schiff, trotz niedrigster Stufe beim Ankommen 15°C nach kurzem Aufheizen 19°C schon viel zu warm für den Thermoanzug.

Als ich mit dem Brett von Bord gehe knistert das Eis und ich hab Bedenken den Bug zur Brücke zu bekommen. Alles klappt, es ist schweinekalt. Der Ostwind verstärkt das Gefühl.

Einbau und Testlauf

Jetzt lässt es das Geschäftsleben endlich zu die Dieselpumpe zu wechseln. Noch immer ist es ziemlich warm, erst für die nächste Woche ist Frost angesagt.

Also auf zu Wanambi, Dieselpumpe wechseln. Das geht alles endlich mal schnell. nun die Leitungen entlüften, starten, sie läuft. Auf niedrigster Stufe brummt sie vor sich hin.

Es kann gepumpt werden

Die Bayerische Schneekatastrophe ist schuld. Erst War Weihnachten, dann war Silvester, dann kam der Schnee nach Bayern. In der Zwischenzeit wurde eine neue Pumpe zum Versand gebracht. Die fuhr erst mal in Richtung Wien, dann zurück nach Prag, dann über den Bayerischen Wald endlich nach Flensburg. Nun ist sie da. Das einzig Deutsche teil wurde gegen ein russisches ersetzt.

Noch ist es mild und so kann der Einbau ein paar Tage warten.

Ein frohes neues Jahr

Wir waren an diesem Silvester zum ersten mal in 12 Jahren in der Hafenspitze. Wanambi ist im Wasser und die Schiffbrände der vergangenen Jahre haben und an Bord gelockt. Die Belohnung war ein grandioses Feuerwerk, das über zwei Stunden lang abgebrannt wurde. Natürlich flogen auch wieder Fallschirmraketen, Leuchtkugeln und Handfackeln. Beim stürmischen Nordwind knallten auch ein paar Silvester Raketen in die Wanten, diesmal zum Glück ohne Schaden für die Schiffe. Aber seht selbst.

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