Boot

Wanambi„Die Sortilege ist ein Fahrtenkreuzer, Regattayacht, Charterschiff, Motorsegler und Luxuswohnung zugleich, geschaffen für lange Seetörns mit allen Bequemlichkeiten.“ Schrieb Harald Schwarzlose in der Yacht Nr. 19/1972

Michel Dufour baute 55 Sortilege in den Jahren 1971 bis 1975. Wanambi (ex Tistlarna) ist ein Schiff mit dem Baujahr 1973. Leider ist die Baunummer bisher nicht bekannt und wohl auch nicht mehr herauszufinden. Der größte Teil der 55 Schiffe wurden Ketsch getakelt ausgeliefert. Bisher kennen wir zwei weitere Slup getakelte, eine in Italien und eine in Spanien.

Wanambi hat eine bewegte Vergangenheit. Zunächst wurde sie von einer Segelschule am Comer See (kaum vorstellbar) gekauft und wohl auch kurz genutzt. Hier gab es, soweit wir wissen, ein Feuer im Motorraum. Teile der Einrichtung und des Cockpits wurden in Mitleidenschaft gezogen. Wanambi wurde in die Werft nach La Rochelle  zurückgebracht und bekam (das sind Aussagen des Voreigners) ein komplett neues Deck, die Ausbauten und Schotten wurden, wo notwendig, ersetzt.

Danach kam Wanambi nach Kiel, hier wurde sie von einem Mitglied des Kieler Yachtclubs Regatta gesegelt. Sie bekam einen neuen Mast von einer Bavaria 410 mit zwei Salingspaaren. Dann wird es etwas diffus. Ob der Eigner das Schiff behielt, ob es in Kiel weitergenutzt wurde wissen wir nicht.

Der Voreigner, von dem wir das Schiff übernommen haben, hat es wohl 1981 ??? gekauft. Er hatte sich eine Osmosefreiheit von einem Gutachter bestätigen lassen, aber Wanambi hatte Osmoseschäden. Die Versicherung des Gutachters hat dann eine Komplettsanierung bei Wrede bezahlt. Hier wurde der Rumpf abgeschält und erhielt eine neue Schicht Glasfaser und Epoxidharz von etwa 5 mm.

Wanambi war nun Dunkelblau und hatte den Namen „Tistlarna“ auflackiert. Reisen in die Karibik und zurück folgten. Es wurde uns gesagt es gab keinen Charterbetrieb, allerdings gibt es sehr exakte Segelanweisungen, angeblich für Freunde… Am Ende ist das egal, ein 40 jähriges Schiff hat Vergangenheit und nun eine Zukunft.

Technisch ist das Schiff bestens gewartet worden. Die erste Maschine segnete wohl auf der Reise nach Martinique das zeitliche. Dort wurde der, heute noch seinen Dienst tuende, Yanmar 4JH2E eingebaut. Von vier Reisen hin und her wissen wir, das Schiff kann also einiges ab.

Optisch war das Schiff innen verlebt, irgendein Voreigner meinte die Schotten mit Kork verschönern zu müssen, ja es gab so eine Zeit, der muss/ist nun größtenteils raus. Die Schotten waren nicht mehr zu retten, so entschieden wir uns für klassisches cremeweiß mit Mahagoni Appliktionen. Das Schiff ist nun innen hell und freundlich. Es wirkt warm und gemütlich, ganz anders als ich dachte.

Außen ist das Deck eine Katastrophe, die karibische Sonne hat das Gelcoat zermartert, unzählige kleine Luftlunker (nein keine Osmoseschäden) wurden in einem Anfall von „Wahnsinn“ mit Gelcoat Reparatur Paste zugekleckst, das wird noch Arbeit. Der Mast ist in Ordnung aber eben alt, eine Rollfock gibt es nicht, gab es aber. Ein Poller wich einer Klampe, warum auch immer. Das Teak der Bänke ist hin, war eh nur dieses Teakfurnier Sperrholz. Die wohl mal vorhandenen Grätinge sind nicht mehr da. Wie sagte es der Voreigner, „Alles was nix taugt hab ich weggeworfen…“, so auch die Davits und noch so allerlei. Nun gut, das ist eben der Zustand nach 40 erlebnisreichen Jahren.