Isolierversuch, Rohr fest

Heute ohne Bilder, ich habe die gekaufte Rohrisolierung aus Steinwolle und Alukaschierung um das erste drittel Abgasrohr gepackt. Danach Die Heizung gestartet, Uff das gibt Qualm. Nach etwa einer Stunde, der Qualm ließ nach aber der Geruch bleib habe ich die Isolierung abgerissen. Wahrscheinlich ist irgend ein Bindemittel da drinnen welches die hohen Abgastemperaturen nicht aushält. Kaum rausgerissen verzieht sich der “Duft”  und der Qualm ist auch weg. Nach dem herunterfahren schraube ich das Abgasrohr mit einer Schelle fest und  starte neu. Jetzt geht das gut.

Was mir auffiel, während der Startphase qualmt der Bordurchlass ordentlich. Wie ich mich kenne wird das noch einmal verändert, Abgas dort wo es hin soll, nach achtern in den vorhandenen Durchlass. Nicht jetzt, jetzt muss die Heizung erst mal heizen.

Der letzte Schliff?

P1000393Heute geht es ans Kabel verstecken. Angesichts der Tatsache, dass die komplette Elektrik neu verlegt wird ist das natürlich nur eine interims Arbeit. Doch Provisorien halten bekanntlich am längsten Etwa ich?. Die ursprünglich aP1000394ngenommene Kabelführung, an der Schalttafel vorbei, erweist sich als problematisch, zum einen bekomme ich mit der lädierten Rippe das Loch im Batteriefach nicht gesägt, zum anderen zeigt sich bei genauem hinsehen ein Kabelstrang direkt in den Batteriekasten. Zu sehen ist das erst als ich den Tritt unterm Navitisch demontiere. Klasse also all das auseinander nehmen, und schauen wo die Kabel oben raus kommen.

P1000395Dann geht es los, Kabel ziehen, durch das Loch vom Maschinenraum zum Batteriekasten ziehen. Dabei hilft ein PVC Schlauch der steif genug ist um Ihn durchzuziehen und der die Stecker aufnehmen kann. Dann ab zum P1000397Batteriekasten, hier durch ein Loch fädeln und nach oben. Kein Problem mit dem Stromkabel, nun noch das Schaltpanel Kabel. Oops, das wäre auf dem anderen Weg schief gegangen. Die 6 Meter reichen gerade so aus. Glück gehabt. Jetzt noch ein Loch für das Panel und weg mit der Kabelei. Endlich sieht man was man gemacht hat.

Mit geschlossener Salontür ist schnell die Solltemperatur erreicht, nach dem öffnen zum Vorschiff spürt man einen kühlen Zug aber die Temperatur bleibt halbwegs konstant. Jetzt noch ein Dauerbetriebstest in den nächsten Tagen und der Frost ist gebannt.

Das Abgasrohr geistert mir noch durch den Kopf – vielleicht wird das alte System doch noch reaktiviert,  dumm wäre es nicht.

Leitungen legen

P1000391Nachdem nur endlich klar wurde wo der Rücklauf hin soll habe ich Glück. Jetzt gibt es ein Steigrohr für die Heizung. Was ich natürlich noch nicht weiß ist, wie tief das Rohr in den Tank geht. Das werden ich dann wohl irgendwann sehen. Interessant P1000392ist, wie sich nun das Rohr und die Schläuche fast von alleine an die richtige Stelle legen. Was noch fehlt ist der Treibstofffilter für die Heizung. Den muss ich bei Gelegenheit noch besorgen und einbauen. Die Pumpe hat nun auch ihren Platz. Die Original dünne Dieselleitung führt zum Brenner – also voller Erfolg.

Dann geht es an die Verkabelung. Den Verlauf der Leitungen kann man prima verfolgen, nur wie komme ich da hin. Nachdem ich allerlei wundersame Kabel, Schalter, Hauptschalter entdeckt habe bin ich nun etwas schlauer. Es gibt einen Hauptschalter um die Versorgungsbatterien mit der Starterbatterie zusammen zu schalten. Es gibt Löcher durch die ein Bündel von Leitungen Richtung Schaltkasten, Richtung Starterbatterie und Richtung Radio geht. Hier bekomme ich an einer Seite kein weiteres Kabel mehr durch – also neue Löcher sägen. Das ist für morgen, heute ist es zu spät und man will die Nachbarn ja nicht komplett verärgern.

Recherche

Fast zwei Tage hat es gebraucht endlich eine/zwei halbwegs brauchbare Anleitungen, Erklärungen, Zeichnungen zu finden, die deutlich machen ob denn nun der Dieselrücklauf durch ein “Steigrohr” oder frei in den Tank gehen sollte.

Yanmar gibt nicht explizit an, hat aber ein Zeichnung die eindeutig drucklos von oben den Rücklauf einspeist. Vetus hat eine Anleitung zum Einbau der Tankanschlüsse, die kein Rohr für den Rücklauf vorsieht, CAN Plastik hat zwar leider kein Anleitung, liefert aber nur ein Steigrohr für die Ansaugung.

Ergo, die Fachwerkstatt hat es über Jahre nicht bemerkt, dass der Rücklauf am Zulauf für die Heizung angeschlossen war und der eigentlich Rücklauf am Tank verschlossen war. Wer weiß, ob die Qualmneigung nicht vom Druck in der Rücklaufleitung herrührte. Vorstellbar wäre es, dass ewig zu viel Diesel an die Einspritzdüsen geleitet wurde, der nicht weg konnte. Wir werden es sehen.

Kühlwasserfilter, Tank und anderes

Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Unser Voreigner hatte ja vermutlich alle Wartungsarbeiten in professionelle Hände gegeben. Bei Kauf wurde uns von den Profis noch gesagt, “Die Maschine haben wir nach der Rückkehr von Martinique erst mal richtig eingebaut”.

P1000386Als erstes habe ich den Wasserfilter an einer Stelle mal richtig fest geschraubt. Der war an einem losen Brettchen, das gerade mal an der Stirnseite einer Multiplex (oder auch Sperrholz) Platte festgedreht war. Ich hatte mich fünf Jahre nicht getraut den Deckel los zu drehen, weil ich Angst hatte die Platte abzureißen. Richtig gedacht, nachdem ich den Filter demontiert hatte konnte ich das Brettchen einfach so, ohne Kraft abhebeln. Nun sitzt der Filter an der Rückwand des Maschinenraum Schapps, ich konnte ihn aufdrehen und erst mal richtig säubern. Bis hin zu Plastikfolie war da alles zu finden.

P1000387Dann ging es zum Tank, nach einer Aufräum-/Umräumaktion konnte ich den Deckel einfach mitsamt der Matratze anheben und komme so überall hin. Den Dieselablauf, Rücklauf und Überlauf kann man schön lokalisieren. dann gibt es noch P1000388einen Anschluss von dem ich nun wirklich nicht weiß für was der ist. Eine Erklärung könnte sein, das war mal der Rücklauf, Innen geht es allerdings nicht in die Tiefe. Der Anschluss endet offensichtlich in der Höhe in der er angebracht ist. Schade, ich hatte schon gejubelt und gedacht es sei ein extra Anschluss für die Heizung. Vielleicht ist das so, dass es der Rücklauf war und der ursprüngliche Heizungsanschluss zum Rücklauf wurde. Ein etwa 30 cm langer Schlauch mit einem Stopfen am Ende verschloss den Anschluss. Darin stand uralter Diesel, klar wurde ja nie gespült. Für den Rücklauf wurde ein Stück Wasseranschluss benutzt diese Schläuche vom Eckventil zum Wasserhahn. Sehr professionell. Wenn ich nun wüsste ob der Rücklauf unter dem Dieselniveau sein muss, oder ob einfaches “eintröpfeln” auch in Ordnung ist, dann hätte ich die sauberste Lösung. So müsste ich ein T-Stück nehmen und von vermutlichen Rücklauf abzweigen. Eine Verbindung mehr aber wahrscheinlich die sicherste Lösung.

P1000390Der Blick in den Bereich der Maschinenraum Entlüftung lässt schaudern. Innen an dem dicken Schlauch sitzt ein Blower, So weit, so gut. Sehr wahrscheinlich war das mal ein Abgasrohr der Heizung, denn achtern geht ein verschlossenes Ventil nach unten. Gut, Optimal war das sicher nicht, denn es gibt weder eine Kaminwirkung, noch eine Zwangsabfuhr der Abgase. Die kupfernen Dieselleitungen laufen lose schwebend in dem Kanal. Doch der größte Witz, es liegt ein roter Gasschlauch im Kanal. Nach achtern verfolgt findet sich das lose Ende, nach vorne kommt es neben dem Kühlschrank raus und bereitete mit im Sommer großes Kopfzerbrechen. Das blinde Ding hätte längst raus gekonnt.

So ist das innere von Wanambi immer wieder für eine Überraschung gut. Man glaubt alles gesehen zu haben und wundert sich doch jedes mal auf ein neues. Schwupp sind Stunden vorbei und man hat das Gefühl nichts gemacht zu haben. Die Dämmung vom Lufteinlass der Heizung mit Schaumstoff (ganz) dünne Platte, oder einem aufgeschnittenen Staubsaugerbeutel macht das Geräusch deutlich leiser, aber leider die Brennkammer zu heiß. die Heizung schaltet nach ein paar Minuten einfach ab Weinendes Smiley. Ist halt wie ein Heizungsgebläse am Auto.

Umluft

Gestern war ja der Geruch ein Thema. Die Lösung könnte ein Lufteinlass in der Treppe sein. Der Vorteil wäre Umluft, die ja energiesparender heizt zusätzlich, bei Bedarf, über das Schiebeluk Frischluft.

P1000383Also erst einmal eine Möglichkeit suchen durch den Deckel zu kommen ohne Gefahr zu laufen, dass der Luftschlauch an drehende Teile kommt. Hier gab es vermutlich ein Loch, das mit einem Mahagoni Brettchen abgedeckt ist. Den P1000384Auslass, jetzt Einlass, unter der Sitzbank ausbauen. Dabei finde ich ein weiteres Luftloch. Ganz klar hier war mal eine Heizung.

Jetzt von hinten die Dämmung abnehmen, ein Stück Teppich kommt zum Vorschein, abschrauben, noch ein Teppich, abschrauben, fünf fein säuberlich gesägte Löcher schauen mich an. Mann-o-Mann da waren mal wieder Spezialisten am Werk. Was auch immer diese P1000385Durchlässe bewirken sollten, Motorbelüftung, Heizluft? Ich werde es nicht mehr erfahren. In meiner Not säge ich ein 90 mm Loch in das Brettchen von vorne. In der Mitte vom Brettchen, das ist zwar asymmetrisch aber am Ende immer noch besser als in der Mitte vom Deckel und alles andere außer acht zu lassen.

Jetzt muss der 80 mm Anschluss auf 90 mm mit Tape aufgewickelt werden, das gleich beim Einlass in den Brenner. Schlauch abschneiden, anstecken und… Probelauf.

Jetzt fliegen mir fast die Ohren weg. Der Luftdurchsatz ist doch deutlich größer als erwartet. Klar das Sauggeräusch ist entsprechend. Ein Lösung muss gefunden werden…

Luft bekommen

P1000381Zum Glück, manchmal braucht man auch das, habe ich den Außenring der Luftauslässe gemessen. 100 mm, meine große Lochsäge hat 90 mm also erst mal zum Baumarkt und eine mit 100 mm kaufen.

P1000380Im Schiff geht das Messen, zuerst in der Achterkajüte. Messen, Loch sägen und fluchen. Natürlich hätte ich 102 mm gebraucht, die gibt es aber nicht für kleines Geld. Also die Feile herbei und das Loch um 2 mm auffeilen bis der Auslass passt, P1000377Eigentlich hatte ich vor den zu schrauben, braucht es aber nicht, der Ring sitzt auch so stramm genug, dass man den Auslass drehen kann.

Jetzt Schläuche abschneiden, das T-Stück P1000382einsetzen und ab nach vorne. Hier ist es etwas heikler, denn zum einen muss der Schlauch zwischen Kabeln und Motorfundament durch, zum anderen an der Kante des Maschinenraums vorbei. So, wie ich es mit vorgestellt hatte klappt es leider nicht, ich muss weiter nach innen und komme so nicht mehr am Feuerlöscher vorbei. Der bekommt dann eben einen neuen Platz. Also Loch rein, jetzt Schläuche anschließen und, mal wieder, Probelauf.

Ich bin begeistert, jetzt wird das Schiff durchgängig schön und schnell warm. Aber über 20°C tut sich die Heizung schwer, das P1000379dürfte nicht sein. Außerdem verbreitet sich ein seltsamer Geruch, nein an der Heizung kann es nicht liegen, Heizluft und Verbrennung sind ja getrennt. Nach langem Überlegen dämmert es mir. Der Abrieb von den Keilriemen liegt als Staubschicht überall an der Motorenfront. Ein “Dufttest” mit dem Finger offenbart es. Der Mief ist identisch. Was nun? Die Heizluft muss außerhalt vom Maschinenraum angesaugt werden. das wollte ich mir eigentlich sparen. Schaun wir mal wie das gelöst wird.

Finale Lösung

Nun bin ich heute losgezogen und hab so einiges für den Einbau erworben – unter anderem einen Kohlenmonoxid Tester/Alarmgeber.

P1000374Dann ging es los, Flexrohr abbauen, Borddurchlass ausbauen, neues Loch bohren, auffeilen, Borddurchlass einbauen. In der Zwischenzeit, das alte Loch wieder spachteln. Zum Glück hebe ich die Bohrkerne immer auf, P1000376so konnte ich die Kanten schrägen und alles mit Faserspachtel wieder einkleben. Jetzt kommt das Rohr lose an den Durchlass – Probebetrieb, Messen am Schalldämpfer. Die Temperaturen scheinen nun in Ordnung. Also die Maschinen Schottwand mit den Regalen in Position bringen, ein Loch schneiden, das Flexrohr durchschieben und die Wand in Position bringen.

Dabei muss ich ein Bodenbrett herausnehmen. Klasse was ich da sehe. vom Dreck mal abgesehen, wundere ich mit über eine “Sülze” aus Staub, Öl, Fett und Wasser um die Volvo Wellendichtung. Mit schlechter Erwartung kratze ich das weg. Glück gehabt, die Dichtung entspricht Ihrem Name und dichtet. Hier kommt kein Wasser, weder von der Hülse noch von der Welle. Wo kommt das Wasser her? Es gibt noch einen Edelstahl Schalldämpfer. Hier ist die Rostnase zu sehen. Entweder der Schlauchanschluss oder der Schalldämpfer selbst haben wohl das Zeitliche gesegnet – Mist, aber jetzt bleibt es erst mal wie es ist!

P1000375Zurück zur Heizung, der Schalldämpfer wird über die Schapps gelegt, das Flexrohr nach unten gebogen und am Brenner angeschlossen. Jetzt nicht den Glasfaserstrumpf schön glatt ziehen und alles ist (fast) wie es soll. Probelauf – alles ist gut. Im Cockpit. Die Messung bringt 0 bis max. 13 ppm CO, das ist en völlig normaler Wert in der Umwelt. Nicht einmal CO2 ist nennenswert vorhanden. Sollte man wirklich einmal bei laufender Heizung im Cockpit sitzen kann man einen PVC Schlauch anstecken und das Abgas wegführen um auf Nummer sicher zu gehen.

Loch im Schiff

P1000372Man hat den Eindruck man drehe sich im Kreise. Also, Testbetrieb die Zweite und Dritte. Diesmal “bewaffnet” mit einem elektronischen Thermometer will ich die Temperaturen messen. Bei Volllast versteht sich. Also erst einmal die “nackte” Abgasrohr und die Temperatur vom ausströmenden Abgas. Ernüchterung. das “nackte” Rohr hat über 150°C, das Abgas selbst kommt auf 110°C. Ein probehalber aufgesteckter PVC Schlauch beginnt zwar nicht zu brennen wird aber deutlich weich, zu weich um die Maschinenraumentlüftung gefahrlos für das Abgas zu nutzen.

P1000373Also Plan “B”. das Abgas kommt weit achtern ins Cockpit, und zwar seitlich, dort, wo eh schon allerlei Löcher waren, die ich mühevoll zu gekleistert hatte. Aber erst mal probeweise alles anhalten und sehen ob es so passt. Es würde P1000371passen Geheimnis erzählendes Smiley. Den Glasfaserschlauch über das Rohr und Temperaturen messen. Ha, man kann das Rohr nun sogar anfassen. Das hätte ich nicht geglaubt, dass das so gut isoliert. Frohen Mutes wird ein Loch gebohrt, die Borddurchführung eingeschraubt (natürlich nicht ohne Probleme) Das Rohr aufgesteckt… und … es passt nicht so wie ich es probiert hatte. Das Edelstahl Flexrohr steht fast 10 cm ab Verwirrtes Smiley. Mit Losschrauben der Borddurchführung und leichtem Kippen würde es vielleicht gehen – vielleicht. Dann müsste noch ein Loch recht weit oben durch die Seitenwand um auf das eingebaute Schapp zu kommen. Danach der Schalldämpfer irgendwie nach unten verlegt und das Flexrohr an den Brenner. Wieder mal sitze ich da und denke nach wie man das lösen könnte.

Kommando zurück

Tja, das Sinnieren. Einige haben es vielleicht bemerkt, die Beiträge vom 18. und 24. November ähneln sich doch sehr. So ist das bei der Grübelei. Oft dreht man sich im Kreis und kommt nicht so recht voran.

P1000370So auch heute, die festgeschraubte Heizung wird wieder demontiert, und bekommt einen neuen Platz. Hundert mal hin und her überlegt kommt die Erkenntnis, so geht das nicht! Zu wenig Platz unter der Heizung um das Abgasrohr P1000369vernünftig zu installieren. Weiter oben wird der Umbau vom Schapp, und was noch alles daran hängt zur Tortur. Also nach StB mit dem Brenner. Hier ist Platz, und nachdem ich die Schaldämmmatte abgerissen habe gibt es einen netten Platz. Mit ein paar Verrenkungen ist die Heizung nun fest. Jetzt geht es um das Abgasrohr und die Warmluftführung. Dazu muss sie erst einmal laufen. Also alles lose verdrahten, die Anschlüsse festmachen und den Auspuff provisorisch durch die kleine Luke geführt. Jetzt läuft die Heizung. Nachdem die Dieselschläuche entlüftet sind startet sie willig und macht sofort wohlige Wärme.

Was jetzt kommt ist das Verstecken der Rohre, der Kabel und die Montage der Borddurchführung. Schaun wir mal was das für Überraschungen birgt.