Das erste mal am Kran

Krantermin, 12. und 13. Oktober 2012. Was ist das spannend. Bis zur letzten Minute wußten wir nicht ob wir einen Bock bekommen oder ob nicht. Die Alterntive wäre im Wasser bleiben. Aber wir wollten doch gerne die Anoden, die Durchlässe, die Ventile, das Antifouling und den Propeller inspizieren. Im Wasser bleiben kann man ja immer noch.

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Schock

Bei unserer Räumaktion und Kissenwegnehmaktion freuen wir uns noch, das Schiff ist trotz des kalten und feuchten Wetters trocken. Kondenswasser kommt nur dort, wo wir selbst die Feuchte reinbringen.

Dann beginne ich an den Tierods zu wackeln, das sind die Unterzüge, die die Last von den Wanten in den Rumpf einleiten. An steuerbord der für die vordere Unterwant wackelt verdächtig, Mal sehen wo man den nachziehen kann.

Kissen weg, den Anschlagpunkt gesucht und Schock zum Quadrat. Natürlich hab ich das nicht gesehen, bei keiner Besichtigung. Die Bolzensicherung ist irgendwann mal rausgesprungen und der Bolzen nach achtern raus gerutscht, hier hat er sich verklemmt (zum Glück). Die Last vom Rigg, da sieht man erst mal was das Ding aushalten muss, hat die Gabel krumm gezogen so dass der Bolzen gerade noch so verkantet drinnen hing.

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Also das Rod rausnehmen. Zum Glück ging es ohne Probleme und der Spanner saß nicht auch noch fest. Das kann ja bei so alten Schiffen schnell der Fall sein, ein wenig Rost zu schnell gedreht und fertig ist die Reibschweißung.

Tja, was nun, nun ist guter Rat teuer. Heiner meint er könnte das für “kleines Geld” richten lassen. Schauen wir mal.

Bestandsaufnahme Teil 1

Nun haben wir uns langsam an das einsame Liegen, der Verein hat ja noch nicht eingekrant, gewöhnt und laufen etwas sicherer durch das neue, große Boot.

Stück für Stück machen wir Bestandsaufnahmen, erst mal im Salon, alle Schaps auf, alle Kissen weg, alle Abdeckungen weg und schauen was wo noch irgendwie lagert.

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Natürlich wird auch für das fällige Refit auch alles dokumentiert damit wir am Ende wissen was wir eigentlich geleistet haben…

Wir holen unsere Sortilege

Heute früh sind wir los, erst schnell Günti abholen, und ab nach Kappeln. Sicherheitshalber haben wir 30 Liter Diesel dabei. Gleich zu Kiesow den Außenborder holen – und – es war ein 2 PS Honda und kein 5 PS Yamaha, warum zum Teufel haben wir den Restbetrag gezahlt, warum nur müssen immer wir an solche Menschen geraten? Also zum Makler, beschwert, er soll sich etwas überlegen, wenigstens einen Wertausgleich.

Nun aber los, wir wollen noch bei halbwegs Büchsenlicht in Wassersleben sein. Günti haben wir um Hilfe gefragt weil wir mit diesem Schiffsgewicht und dieser Schiffsgröße nicht die leisteste Ahnung haben. Es soll ja nicht gleich zur Ramming kommen. Ablaufender Strom der Schlei macht es doch schwieriger als gedacht die in Flußrichtung zeigende Box zu verlassen. Wir werden gnadenlos auf die Brücke gedrückt, am Ende ging es ohne Ramming raus aus der Box, etwas unkonventionell durch die Boxen hindurch. Aber wir sind ja immer eher unkonventionell.

Abfahrt KappelnAuf der Schlei im Morgennebel, der Schiff läuft bei 2000 U/min mit 6 bis 6,3 Knoten durch das Wasser, wir sind bei allem Ärger Stolz und freuen uns. Raus auf die Ostsee und das erste mal Segel setzen, was finden wir alles in der Segellast. Zwei mal Genua 3, zweimal Genua 4, eine Genua 2, ein Blister, drei Spinnacker. Das Groß war angeschlagen. Also G3 (lang) raus und an das Vorstag anschlagen, Schoten anknoten, Segelkleid runter, Bänder ab. Puh, großes Schiff mit langen Wegen und schweren Tüchern. Dann das Groß nach oben, es verhakt sich an einer Flügelmutter (die wird uns noch viel Freude machen). Nun ist es oben, das Groß, der Wind dreht und wir lassen es beim Groß als Stütze, denn er kommt, wie immer, aus der Richtung in die wir wollen. Zum Kreuzen ist der Törn zu lang, es ist ja schon fast 12 Uhr.

So tuckern wir mit Groß und Maschine vorbei an Kalkgrund, Sonderburger Bucht bis Höhe Wackerballig, endlich, der Wind hat Mitleid, bis zur Schwiegermutter ist er halb und dann können wir die Ochseninseln mit am Wind Kurs anlegen. Tolle Fahrt bei mittlerweile 4 bis 5 Bft, die noch Tistlarna rennt wie ein moderner Riss. Es muß elegant ausgesehen haben, als wir so von den Øen, Wassersleben angelaufen sind. Den ersten Anleger soll lieber Günti versauen 😉 hat er aber nicht. Nun muß er leider gleich von Bord.

Wanambi

Wir sitzen da, der Vorstand des Vereins hatte gerade eine Besprechung und so kamen doch einige zum Schauen. Wie kommen wir nach Harrislee, zum Auto? Olli anrufen, fragen, es gibt ein paar Bier, und das übliche geklöne. Noch mal nach Kappeln, Auto holen, dann sind wir zuhause, müssen erst mal verdauen.

Die Übergabe

Heute ist es so weit, die “noch” Tistlarna wird in Kappeln übergeben.

Die Familie des Voreigners mit Söhnen, Enkeln und einem Freund waren schon am Sonnabend angereist. Sie haben Antofouling gemalt, und das Schiff innen geputzt. Außen nicht so wirklich aber ok, es ist soweit sauber.

Schiffsübergabe, so oft waren wir noch nicht in Kappeln, die Söhne, der Freund und die Enkel waren an Bord. Unruhe im Schiff. Wir haben erst mal alles soweit abgeklopft. Dann, huch, es fehlt ein Segel, noch ein zweites ist schon von Bord genommen worden, die Genua 1 sei so ausgelutscht, dass der Segelmacher sie nicht reparieren wollte. Einer der Söhne versprach uns ein Tasche aus dem Segel, er würde es zu einem Verwerter bringen. Das zweite Segel ist auf den Verkaufsbildern zu sehen, es muß ein Groß gewesen sein, das ist und bleibt verschwunden.

Der Außenborder ist noch bei Kiesow und der hat schon geschlossen. Viel erklären ist irgendwie nicht, entweder es geht im Trubel unter, oder die Anwesenden wissen von nichts. Wir bekommen gesagt, die Tankanzeige ginge nicht, deshalb hat man ein Buch mit den Motorstunden, Vorkommnissen und Tankmengen. Wieviel Sprit denn drinne sei – hilfloses Schulterzucken. Kurz mal eben Schlattafel erklärt, Toilettenfunktion, die ist schon erst mal ein wenig “tricky”. 

Irgendwie genervt geht es zum Makler, den Restbetrag gezahlt wobei der Voreigner meinte, wäre kein Problem mit dem Radar gewesen…

Nun ist das Schiff uns, na ja war es eigentlich schon seit September 2011. Ab nach Hause.

Den Mast vorbereiten

Bei herrlichem Sonnenschein geht’s nach Kappeln um den Block für die Windmessanlage und die Radarschüssel anzubringen. Auf dem Platz kommt der Makler angelaufen, großes entsetzen, der Voreigner will das nicht weil er befürchtet, dass etwas beim Mastsetzen kaputt gehen könnte. Frust macht sich breit, wir gehen erst mal zum Kappelner Fischmarkt um uns ein wenig abzulenken. Super leckere Crepes mit Nougat für Ulli und mit Marzipan für mich stimmen uns ein wenig freundlicher. An der Hafenmauer sehen wir den Heringsanglern zu. Das Glas Bier schmeckt dazu und es ist doch deutlich preiswerter als wir es von Flensburg gewohnt sind. Die Angler machen reiche Beute und man muß sich vorsehen nicht einen Hacken ins Gesicht zu bekommen. Der Yachtmakler kauft einen ganzen Eimer für den Abend. Es ist friedlich, irgendwie riecht es nach Frühling. Zurück zum Winterlager, ok, die Windmessanlage dürften wir anbringen – wenigstens etwas und es ist auch kein Problem, denn es war schon einmal eine installiert. Ein Kabelrohr liegt und in diesem ist eine Sorgleine. Die Löcher im Mastfuß sind schon gebohrt und so war das Ganze flott erledigt. Einzig der Kopfbeschlag vom Mast wollte nicht so wie ich. Die Schrauben waren, wie soll es anders sein, mit dem Alu verbacken und ließen sich nicht mehr festdrehen. Aber mit einer Mutter von unten klappte das dann auch.

Noch mal nach Kappeln

Heute noch mal los. Wir wollen die Geräte inspizieren, Seriennummern und genaue Bezeichnungen aufschreiben um zu sehen Ob alles harmoniert, Loggengeber, Echolotgeber sollen mit den neuen Anzeigen arbeiten.

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Geber Echolot

Kauf Wanambi016
Geber Logge
Kauf Wanambi019
Instrumententafel
Kauf Wanambi018
Kabeldurchbrüche
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Ladegerät
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Schalttafel
Kauf Wanambi011
Navigation

Eine Menge Bilder vom Originalzustand waren die Folge:

Kauf Wanambi020
Zum Heck
Kauf Wanambi013
Vom Heck
Kauf Wanambi012
Toilette Achtern
Kauf Wanambi010
Salon Stb
Kauf Wanambi014
Achtere Kajüte
Kauf Wanambi008
Toilette Bug
Kauf Wanambi007
Bad Bug
Kauf Wanambi006
Salon komplett
Kauf Wanambi003
Pantry
Kauf Wanambi004
Pantry Tellerboard
Kauf Wanambi002
Salon Stb
Kauf Wanambi001
Salon BB

Kaufen

So ganz ist der Eigner nicht auf den Preis eingestiegen, er macht einen Gegenvorschlag, nö, das ist zuviel. Überhaupt, wir wollten doch gar kein Schiff kaufen…

Wir schauen uns an, jeder schreibt seine maximale Grenze auf einen Zettel. Ich sage dem Makler am Telefon einen neuen Preis, begründe warum.

Der Anruf kommt, 500 Euro über unserem maximalen Angebot ist das letzte Wort des Eigners. Was tun, kaufen!

Ab nach Kappeln, Vertrag unterschreiben, ein mulmiges Gefühlt überkommt uns. Jetzt oder nie, oder frei nach Mark Twain, “Später wirst Du die Dinge bereuen, die Du nicht getan hast, nicht die die Du getan hast.”

Sehen

Heute gehts nach Kappeln, Sortilege gucken. Na ja im Grunde rein informativ, ohne jede Absicht.

Wir kommen beim Makler an, laufen zur Halle. Dicht gepackt stehen die Boote dort, erst eine Reihe mit dem Heck zur Wand, dann die nächste Reihe mit den Bugspitzen zwischen die schon hingestellten. Au weia, ganz hinten recht in der Ecke steht sie. Sie schaut gar nicht so gewaltig aus, Dunkelblau, gelbe Schrift und gelbe Zierstreifen. Alles macht auf den ersten Blick ein gar nicht so schlechten Eindruck.

Leiter suchen und hoch auf das Schiff. Da stehen wir nun nach akrobatischem Kletterakt und kommen nicht rein in den Dampfer. Der Makler ruft den Eigner an und fragt nach dem Schlüssel, er hat ihn und wir schauen uns das Innnenleben an.

Es reicht nicht, gar nicht, seltsam für ein so altes Schiff. Der Kork sieht im Halbdunkel gar nicht sooo schlecht aus. Die Polster sind, na ja, Überholungsbedürftig. Die Technik soweit ok, aber alt, die Maschine top in der Optik. Ein Päärchen neue Segel von CO, Fock und Groß. Jede Menge alter Segel.

Noch ein Gespräch im Büro, Was würdet ihr geben… Langes Rätzeln, wir sagen einen Preis und ziehen von dannen.