Rückschlag

Der Rückschlag ist der Antrieb von Raketen auch als Rückstoß bezeichnet. Hier, an Wanambi, ist es ein wenig anders. Es wird nichts beschleunigt, es wird gebremst.

P1000313Im Grunde habe ich nicht nur damit gerechnet, ich habe es drauf angelegt. Die Rumpffenster wurden ja im Zuge der Rumpflackierung vor zwei Jahren getauscht. Die Scheiben haben im Original eine leichte Wölbung, die neuen P1000312Plexischeiben waren plan. Also habe ich die Fenster mit billigem Acryldichtstoff eingebaut um sie leicht wieder abnehmen zu können wenn sie sich ein wenig angepasst haben. Der Grundgedanke war nicht so schlecht, denn Kunststoffe haben einen “kalten Fluss” und passen sich über Zeit langsam an.

Den nassen Sommer 2017 haben die Dichtungen gut überstanden, 2018 mit den, hier im Norden, starken Schwankungen extrem heiß, Sturm, Regen, kühl, wieder extrem heiß haben dann der Dichtung in der Achterkajüte den Garaus gemacht. Im Salon an Backbord git es auch eine (noch) leichte Undichtigkeit.

Fast noch schlimmer, unter den Furnierplatten finde ich mal wieder Kork – an den Bildern sieht man es unbehandelt taugt der keinen Schuss Pulver. Das Wasser wird aufgenommen und per Kapillaren weiter geleitet.

Ein Teil ist fertig

P1000289Es ist ein Kreuz diese Lacknasen zu schleifen. Mit dem Bandschleifer, der eine schmale Nase hat, geht es halbwegs – der schleift aber zu grob. Also alles mit dem kleinen Deltaschleifer nacharbeiten. Es ist nun soweit glatt, noch ein paar Feinarbeiten und dann geht es zum Lack.

Auf zur Achterkajüte

Die Bugspitze ist zwar nicht ganz fertig. Sie ist bewohnbar und alles was noch gemacht werden muss sind Feinarbeiten oder Verkabelung der Ankerwinsch. Das wird Winterarbeit, jetzt soll das Grobzeug so weit wie möglich fertig werden. Wir wollen den Schleif- und Sägestaub langsam mal los werden.

P1000282So geht es nach achtern, in die immer wieder durch den Kopf gehende Kajüte. Gleichgültig wie sie am Ende aussehen wird, die mit zig Lackschichten verunstaltete Bordwand muss geschliffen werden damit die Schapps wieder eingebaut werden können. So geht es, mal wieder, zum Schleifen. Staubsauger, Deltaschleifer, Bandschleifer mit schmaler Nase, P1000283alles muss ran. Erst einmal Bestandsaufnahme – gut man sieht das alles kaum weil eine Wand davor gesetzt ist die nur kleine Öffnungen hat – trotzdem, ich wundere mich immer wieder wie wenig Mühe sich die Voreigner gegeben haben hier eine halbwegs ordentliche Fläche zu schaffen. Interessant sind die braun/gelben Kleberstreifen. Erst dachte ich es sei Klarlack, der zwischen Holz und GFK gelaufen ist. Doch nein, es ist eine Masse, die sich wie ausgehärtetes Pattex. Wer weiß warum das so gemacht wurde.

Herber Rückschlag

Es hatte sich gestern Abend angekündigt. Es regnet, gefühlt gar nicht so viel, aber doch einige Liter auf den Quadratmeter. Siedend heiß fällt mir ein, die Entwässerung der Cockpitducht ist noch offen. wir fahren in den Hafen nachdem es aufgehört hat zu regnen. So schlimm wird es schon nicht sein…

Von wegen, die Matratzen im Achterschiff sind durchnässt, das Wasser steht sogar auf den Brettern darunter. In schwüler Hitze berge ich was zu bergen ist. dann wird der Schlauch erneuert. Wie blöde, es war wahrhaftig noch Schlauch vom Voreigner vorhanden und ich Depp hab den nicht gesehen.

Dann werden die beiden Trennwandhälften angehalten und provisorisch angeschraubt. Nein, die müssen auf dem Verstärkungsholz stehen, nicht davor. Also anzeichnen und noch mal mit nach Hause.

Kratzen, schaben, auseinander nehmen.

Es wird weiter demontiert. Dabei treten durchdachte Querverschraubungen zutage. Alle Schottwände und Fronten sind verzwickt ineinander verwinkelt und verschraubt.

 

SY CasincaImmer wieder sitze ich in der Achterkajüte und durchdenke Alternativen zu den vorhanden Kojen. Die zündende Idee scheint immer wieder da zu sein, muss aber dann doch verworfen werden. Wahrscheinlich hänge ich zu sehr an den von Bildern vorprogrammierten Ergebnissen und drehe mich im Kreis. Hier ein Bild von der SY Casinca http://www.balademalgache.com/casinca/ wo ein grundlegender Umbau des gesamten achteren Bereichs stattfand.

Daneben wird weiter geschabt und gekratzt, der unvermeidliche Kork ist wahrlich noch zuhauf an versteckten Stellen und muss weg.

Denken, nicht machen

Nicht, dass einer denkt es ginge nicht weiter.

 

IMG_0106Die Achterkajüte ist nun so weit klar, dass wir loslegen könnten. Könnten! Stunde um Stunde hocke ich da hinten drin, überlege, sinniere und komme doch nicht zu einem Schluss. Werkstatt im Bug?, wie die Koje verbreitern? Klo lassen oder nicht? Alles was wir jetzt anfangen könnten reißt das Schiff auseinander, macht es erstmal komplett ortsfest.

Nebenbei haben wir einen Mini Hochdruckreiniger gekauft, 25 Euro beim Maschinenfachmarkt LIDL. Das Ding schafft “nur” 90 bar, hat eine normale Hochdruckdüse und sogar eine “Dreckfräse” dabei. Endlich kann mal das malträtierte Deck von den Sommeralgen befreit werden.

Wanderklo

Das nun wirklich dauerhaft schlechte Wetter treibt mich unter Deck. Nach dem Restbestand an Schrecklichkeiten im Bug ist nun die Achterkajüte dran.

DSC07938Zunächst wurde dieser seltsame PVC Belag in Fliesenoptik aus der Toilette komplett entfernt. Dann noch immer verbliebene Korkreste im restlichen Raum entfernt.

Um ordentlich an die Kanten zu kommen habe ich die Toilette und die Blende vom Regal DSC07940ausgebaut. Daraus entstand dann eine klasse Freilufttoilette Zwinkerndes Smiley.

Gleich danach geht es wieder mit den Überlegungen los, die zweite Toilette weg zu lassen. Hat alles Vor- und Nachteile. Viele raten zur zweiten Toilette, andere halten sie für unnütz. Ulli braucht sie nicht, sagt sie, ich denke, die option sollte bleiben, schon weil wir den Bug nun zum bewohnbaren Raum umbauen wollen und damit auch Gäste mitnehmen können. Abgesehen von der Kriecherei durch den Tunnel. Schaun wir wie das ausgeht.

Nicht nur…

Aber doch nur wenig zum fotografieren.Ulli war fleißig und hat weiter dem – immer noch vorhanden – Kork den Garaus gemacht.

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Während dessen hab ich mich am Rumpf mit dem versäubern der Kanten der Fenster und den Kanten am Süllrand beschäftigt. Da ist auf Bildern nichts zu sehen, deshalb gibt es keine.

Weiter geht’s

Es steht noch eine zweite Abdeckleiste an. Die Toilette will weiter bearbeitet werden und alles muss versäubert werden.

DSC06795Die Backbord Seite lässt sich wieder wie Butter bearbeiten. Alle Schrauben fliegen regelrecht heraus. Bis auf eine, diesmal in der Verbindung von zwei Leisten. Wieder war es eine nachträglich eingedreht Schraube und wieder war es ein Kreuzschlitz, der völlig verkorkst war. Ulli hält meine Flüche unter Deck aus, besser gesagt, sie hört sich nicht neben dem Heißluftföhn. Ein Glück, schön war das sicher nicht. Zum Schluss hab ich gewonnen, Die Leiste ist ab und hängt in den Bändseln. Jetzt noch die Moosgummistreifen herausziehen, und die Silikonklekse entfernen.

DSC06802Wieder wird klar, die Entscheidung war gut, an den Verbindungsstellen von zwei Leisten wurden jeweils mit GFK Spachtel Teakklötze eingeklebt und daran die Leistenenden verschraubt. Keine Ahnung ob dies von der Werft oder von Wrede bei der Osmosesanierung gemacht wurde. Auf jeden Fall war es nicht unbedingt DSC06800fachmännisch, so wenig wie die Moosgummifuge. Die gesamte Rumpf/Decks Verbindung war trocken, nur die Teakklötze und der Moosgummi waren regelrecht nass. Nun muss noch einmal geschliffen werden, auch die Fensterinnenkanten verlangen danach. Dann endlich kann der Rumpf lackiert werden.

In der Zwischenzeit ist der aparte PVC Belag weitestgehend entfernt. Der Boden ist schon wieder Holz. Ulli quält sich in der engen Toilette, darum ist sie nicht zu beneiden.

Denken, mal wieder

Nachdem wir die Einrichtungen der beiden auf Madagaskar liegenden Sortilege, „Ondine“ und „Casinca“ studiert haben ging es an das in Augenschein nehmen auf Wanambi.

Es scheint als würden beide auf die Segellast verzichten, für uns ein Nachteil. Casinca hat zusätzlich das gesamte Achterdeck um vielleicht 20 oder 30 cm erhöht.

Das Schott an der Pantry haben beide in der oberen Hälfte demontiert, Ondine hat eine halbrunde Arbeitsplatte und einen halbrunden Schrank dort hin gebaut, beide haben eine Stahlstrebe, bzw. eine Holzstrebe um zum einen den Aufbau und zum anderen den Zug des achteren Tyrod aufzufangen.

Ondine hat zusätzlich noch das Schott am Navitisch halbiert. Beide Schiffe sind sehr ähnlich ausgebaut, was Wunder, es wird nicht so viele Sortilege auf Madagaskar geben.

Ich werde die beiden anmailen und fragen ob ich die Bilder und einen link setzen darf.