Auf den Grund

gehen, das ist heute unser Begehr. Wir wollen Wissen wo das Wasser herkommt und ob unsere Vermutung von gestern richtig ist.

Bodenbretter hoch, wieder ist der Wasserstand gestiegen. Der automatische Schalter der Bilgepumpe arbeitet nicht – wahrscheinlich hatte er zu viel Wasser über zu lange Zeit. Also raus mit dem Wasser, manuell. Das geht schnell, das Wasser ist klar, wenigstens sind nicht irgendwo Ölfilme zu sehen. Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist – die Bilge wurde ja regelmäßig gespült Zwinkerndes Smiley.

Dann zur Verbindung zwischen Steuerbord und Backbordtank. Am Steuerbordtank selbst ist es staubtrocken. Backbord ist nicht so klar, aber das Wasser kommt von einem Kunststoffbogen. Der könnte kaputt gefroren sein, vielleicht ist auch ein Schlauch defekt.

Erst einmal die Ventile der einzeln zu schaltenden Tanks zu, dann den Steuerbordtank leerpumpen. Dabei kann ich gleich den Ablauf der Spüle kontrollieren. Wenigstens der läuft wieder als sei nichts gewesen.

Ablauf die zweite

Ich habe so einen Schlauch mit Spritzdüse mitgebracht. Es ist langweilig, stundenlang zu versuchen den Ablauf frei zu stochern. Aber wat mutt dat mutt. Spät läuft das Wasser wieder ab, noch nicht perfekt aber es läuft.

Ablauf

Wie schon im letzten Jahr, der Wasserauslauf der Spüle ist nur schlecht durchlässig, das Wasser steht in der Spüle. Mist!

Ich hatte im Winter von unten gestochen, gekratzt und nichts gefunden. Jetzt doch schon wieder, der Abfluss ist dicht. Mit einem PVC Schlauch hoffe ich einen Durchgang frei zu bekommen, das geht mehr schlecht als recht.

Wasser tanken

Sonnig, warm, kein Wind. Wir fahren in den Hafen. So allerlei prüfen, und Wasser Tanken. Da kommen die ersten mit stehenden Masten. Bis zum Abend sind Lycka und Suerte mit stehendem Mast da. Wir trinken einen Anleger und ich fahre Gabi zum Auto.

Bevor es zurück geht räume ich noch den Platz auf, Zusatzstütze an den Bock, Leiter auf den Bock, dann geht es wieder nach Wassersleben. Ulli und ich wollen nach Hause… aber es wird dann doch ein lustiger kohlehydratreicher Abend bei Spaghetti und Rotwein.

Nackich machen

Nein, dazu ist es zu kalt Ende März. Es geht um den Mast, die Oberwanten müssen nach dem Missgeschick beim Masten ziehen raus.

Das Vorstag soll bei der Gelegenheit auch ersetzt werden. Also raus mit dem Draht. Was mit vielleicht einer Stunde gedacht war wurden dann doch drei Stunden. Leider lag der Mast ganz oben im Regal, also gefühlte hundert mal hoch auf die Leiter, runter von der Leiter. Nun sind sie raus, die Oberwanten und das Vorstag ist ab.

Aber dolle Sache, bei geradebiegen des Splints vom Vorstag dachte ich schon, “Nanu, der biegt sich aber leicht…” Beim weiteren biegen reißen die Füße und der Kopf ab, das Material ist leicht, gefühlt wie Alu. Meine Herren, de Splinte müssen wohl alle ersetzt werden. Keine Ahnung welche Legierung da verwendet wird, doch offensichtlich ist die nicht auf dauerhaften Kontakt mit dem Bolzenmaterial elektrochemisch stabil. Hätte ich nie gedacht! Gut nur, dass die einzigen Splinte am Vorstag und am Achterstag an der Wippe sind. Der Rest ist mit Stemballs ausgeführt. Schon weiß man wozu die Stemballs gut sind.

Spätsommer

Altweibersommer oder “Indian Summer”. Wir werden vom Wetter verwöhnt, im Rest der Republik macht sich Unmut breit, es regnet oft und es ist kalt. Nicht so bei uns im hohen Norden, jeder Tag begrüßt uns mit blauem Himmel und Sonnenschein.

In der Marina pfeift dazu ein ordentlicher Wind aus östlichen Richtungen, immerhin um die vier bis fünf und seltsamerweise am Abend zunehmend, auch mal mit  sechs Bft. Solange die Sonne zu sehen ist haben wir Temperaturen um die 20°C, nicht mollig warm, aber immerhin.

Wir nutzen die Zeit zum entspannen, sitzen im Cockpit, denken über dies und das nach, wie wir die Achterkajüte wohnlich machen, wie dies und das aussehen könnte, sollte, müsste. Das ist wichtig, aber ziemlich frustrierend weil man einfach nichts sieht. Immerhin, wir haben uns entschlossen den Winterlagerbock zu kaufen, damit sind wir natürlich wieder Gefangene von Terminen, irgendwas ist ja immer…

Der Krantermin blockiert uns zusätzlich ein wenig in unseren Arbeiten, man will ja schließlich nichts an und von Bord schleppen was man noch braucht oder nicht mehr braucht. Dazu kommen die Antifouling Überlegungen, Coppercoat®, VeroMetall®, die immer wieder sehr unterschiedlich beurteilt werden, oder doch bei bewährten Produkten wie VC-Offshore, F18 oder solche AF bleiben. In beiden Fällen müsste das Unterwasserschiff abgezogen werden, das ist eine Schweinearbeit, wie ich noch von UNDIN weiß. Irgendwie kommen wir zu keiner Entscheidung, das blockiert natürlich auch.

Bei der Achterkajüte sind wir immerhin schon mal so weit, dass wir über eine Neugestaltung nachdenken und zumindest eine Idee haben wie das werden könnte. Ein wenig angelehnt an die Achterkammer der Najad 343 oder 360 könnte es sein. Ob wie die zweite Toilette lassen wissen wir noch nicht. Im Bug geht es uns ähnlich. durch den riesigen Ankerkasten ist es dort eng um die Beine, Wir haben allerdings schon viele Bilder gesehen bei denen der Ankerkasten sinnvoll verkleinert wurde.

In der Pantry soll eine neue Arbeitsplatte gemacht werden. Dort sollen dann ein rundes Spülbecken und eine runde Tropfablage hin damit wir ein wenig Arbeitsfläche gewinnen. Der Ofen soll getauscht werden, da hadern wir noch ob zwei oder drei Flammen, außerdem soll ein richtiger Kühlschrank montiert werden, dafür opfern wir ein wenig Lagerfläche, das wird aber sicher sie sinnvollste Variante sein. Die Kühlbox könnte dann Gefrierbox werden…

So hangeln wir uns durch  die Woche…

Wassertank auspumpen

So war unser Plan, doch es kam, wie immer, anders. Bettina war bei Norbert, so fanden wir eine gute Gelegenheit für einen Kaffeeklatsch bei uns an Bord.

Zuvor trafen wir noch unseren Vorsitzenden, der morgen sein neues Schiff abholen will und Ursula und Rainer, die beiden kamen vor 2 Jahren von ihrer Weltumsegelung zurück. Schon lange wollten wir einmal über ihre Erlebnisse reden.

Die Bumperline wurde nach der Reinigung wieder festgebunden, leider brauchen wir das Ding noch, da die Scheuerleiste an der breitesten Stelle nicht den Rumpf schützt. Das Schrabben am Dalben hinterlässt sonst immer Kratzer. Da wird wohl irgendwann eine Verbreiterung der Scheuerleiste anstehen.

Na ja und ein wenig Wasser haben wir auch ausgepumpt. Ich muss noch überlegen ob ich die Chlorlösung irgendwie durch die Entlüftungen pumpen kann.

Wie immer

Wir hatten vor einen kleinen Schlag zu segeln, war nichts, es steht kräftiger Wind von Ost, Nord/Ost auf dem Liegeplatz, wir wissen nicht wie der Propeller arbeitet und nachdem wir das einmal zum Winterlager erlebt hatten wie es ist wenn 12 Tonnen ohne nennenswerten Antrieb und Steuermöglichkeit treiben hatten wir nicht wirklich Lust auf das Experiment.

Na ja, ich wollte ja noch Mikroaufnahmen vom Gelcoat machen, also Notebook raus und versuchen dieses uralte Mikroskop zum laufen zu bringen. Nach zwei Stunden probieren musste ich etwas anderes machen, also Chlortabletten in den Tank und Wasser auffüllen. Dann an Backbord die Bumperleine festbinden. Bettina und Norbert kamen noch auf Stippvisite, ein Schnack mit Hans Peter über den Cappy Cup  und dann war es auch schon spät genug um nach Hause zu gehen.

Doch nicht früher

Im Hafen, so wie wir das vor hatten. Als ob jemand die Uhr stellt klappt es einfach nicht an einem Freitag mal früher das Büro zu verlassen.

Am Hafen kommt erst Wolle mit dem neuen E-Fahrrad, schlechte Nachrichten, bei seiner Frau gibt s noch Metastasen, nach außen nimmt er es gelassen, wir ahnen wie es in im drinnen aussieht. Dann kommt Harald, ich frage ihn nach Lack für den Rumpf und für das Deck. Norbert kommt von der Brücke, schnelles Hallo, er muss aufräumen, Bettina kommt.

Irgendwann sind wir an Bord und essen unsere mitgebrachten Apfeltaschen zu einem Cappuchino. Es wird wieder früh dunkel und dazu auch recht kühl.

Finish

Die Kühlbox hat ihre letzte Lackschicht erhalten. Gerade so bin ich noch fertig geworden bevor der Lack leer war – Glück gehabt Zwinkerndes Smiley.

DSC03442Nun muss der Lack ordentlich durchtrocknen, ich bin überrascht wie gut die uralte Farbe verläuft und versuche mal an einer kleinen Ecke im Cockpit ob das vernünftig mit der Rolle aufzutragen wäre. Es scheint als ginge es nicht so schlecht, zumindest ist nicht zu erkennen ob die Farbe gerollt oder gespritzt wurde. Die Risse im Gelcoat werden gut überdeckt. Schauen wir mal wie es mit der Kratzfestigkeit aussieht und wie sich der Lack in der Sonne verhält. Das Deck und das Cockpit sind hoffentlich im nächsten Jahr dran.