Es soll kalt werden

Nach dem Lesen von Bedienungsanleitungen, Foren und der Reparaturanleitung geht es zu WANAMBI.  100 ml Benzin zum Spülen und die Hoffnung, nach Reinigung der Pumpe wird die Heizung wieder laufen. Also Pumpe auseinander, das minikleine Sieb gereinigt, die Pumpe mit Benzin laufen lassen um verklebte Reste zu spülen. Das alle klappt nur mit dem Start der Heizung. Weiße Schwaden steigen jedes mal aus dem Auspuff auf und kommen auch aus dem nun offenen Ende der Dieselzufuhr. Alles wieder zusammen bauen und Start – erst mal muss der Schlauch gefüllt sein, das sind schon mal 5 bis 6 Starvorgänge. Dabei habe ich den Durchsatz gemessen, 6,5 ml/100 Hübe ist das Minimum Soll. Das haut hin. Dennoch der Brenner bleibt kalt. Gedanklich baue ich die Heizung schon aus. Dann blubbert es schon wieder im Auspuff. Also raus mit der Brühe, die sieht nun gar nicht so übel aus.

Also Mut zum Risiko, Dieselzulauf abdrehen, Schlauch ab, Auspuff ab, Ansauggeräuschdämpfer ab. Nun die “nackte” Heizung starten lassen. Es kommt fiese braune Brühe aus dem Auspuff und aus dem Dieselzulauf der Heizung. Während der Heizphase kommt weißer Qualm und tropfenweise diese Brühe. 2 Stunden lassen ich die Starts wiederholen bis der Qualm langsam weniger wird. Die Tropfen noch mal abwischen und den Auspuff aufstecken. Noch ein paar Startversuche, hey, der Qualm wird immer weniger. Nach einer weiteren Sunde spüre ich beim Abwischen, der Auspuff ist warm (nicht heiß) Irgend etwas tut sich. Noch zwei mal zwei Starts und dann kommt die Dieselleitung wieder ran. Entlüften sind noch mal 4 “Trockenstarts”. Dann ist Diesel da und die Heizung beginnt zu poltern wie ein alter abgesoffener Zweitakter. Nach 1 Minute läuft der Brenner ruhig. Am Niedergang sehe ich dichte Wolken. Jetzt wird der ganze Schmodder verbrannt. Weiße Schwaden ziehen aus dem Auspuff, so dicht, dass man das Cockpitende nicht mehr sehen kann. Ich hab schon Angst, dass einer die Feuerwehr ruft. Fünf Minuten qualmt es jetzt schon. Ist da was kaputt? Da wird es langsam weniger. Die Luft wird klarer, eine Unmenge Ruß kommt zum Vorschein. Jetzt auf volle Kraft – die Heizung läuft hoch es qualmt nur noch wenig und hört schließlich ganz auf.

P1000446So ganz nebenbei habe ich alle verfügbaren Dokumente zu Wanambi durchforstet. Es soll ein 240 Liter Dieseltank eingebaut sein. Nun schau ich mir die Tankuhr noch mal genauer an – tatsächlich – das, was wie halb voll aussieht ist 1/4tel. Diese alten Uhren mit den dünner werdenden Balken… Aber gut zu wissen, bei 3/4tel Anzeige ist der Tank halb voll.

Überraschung? Eigentlich nicht!

An der Tankstelle 60 Liter Diesel kaufen und damit zum Boot. Am Hafen werden die 60 Liter ausgeladen und zu Wanambi gebracht. Alles an Deck, zum Glück war Niedrigwasser und ich konnte die Kanister vom Bug aus herüberholen. Die Plane weg, und nun? Mist die Heizung ist aus. Ein kurzer Dreh am Hauptschalter zeigt es, der Tank ist LEER.

P1000444Kein Problem, denke ich, ich hab ja 60 Liter frischen Diesel dabei. Also die ersten 20 Liter eingefüllt. Die Tankuhr zeigt den ersten Zuck. Foto machen, Strich machen und weiter mit den zweiten 20 Litern. Nun spinnt das Ding und zeigt P1000446einen vollen Tank. Also erst mal alle Schrauben der Kontakte nachziehen, nein, es bleibt bei VOLL. Kann nicht sein, die restlichen 20 Liter in den Tank, es bleibt wie es war.

Erst mal egal, es ist, trotz tollstem Sonnenschein, frisch. Also Heizung starten – nichts – Fehler 13 der bedeutet kein Diesel. Noch mal, noch mal. Es tut sich nicht viel, Aus dem Auspuff qualmt es erbärmlich aber der Brenner startet nicht. Dann gluckert es im Auspuffrohr, also ab mit dem Ding, die Brühe auslaufen lassen. Gelb/braune Suppe lauft raus, Echter Dieselgeruch ist aber nicht dabei.

Nach zig weiteren Versuchen gebe ich für heute auf, es ist deutlich kalt. Der Ostwind grüßt mit Gefrierschrank Luft.

Erst heute hab ich wieder Zeit

P1000427DerBeruf lastet, wie jedes Frühjahr, auf meiner Zeit. Heute Nacht sind -7°C angesagt, Zur Sicherheit geht es zu Wanambi. Kontrolle ob die Heizung läuft. Leider sieht man es auf dem Bild nicht wirklich, die Förde beginnt zu frieren, eine hauchdünne Eisschicht wird in der Zeit meines Wirkens immer dicker.

P1000429Um etwas zu tun zu haben baue ich das Schappbrett über Navigation aus, hier kann ich zu Hause das UKW Funkgerät einbauen und mit etwas für die neue Schalttafel überlegen. Es ist gemütlich warm im Schiff, trotz niedrigster Stufe beim Ankommen 15°C nach kurzem Aufheizen 19°C schon viel zu warm für den Thermoanzug.

Als ich mit dem Brett von Bord gehe knistert das Eis und ich hab Bedenken den Bug zur Brücke zu bekommen. Alles klappt, es ist schweinekalt. Der Ostwind verstärkt das Gefühl.

Einbau und Testlauf

Jetzt lässt es das Geschäftsleben endlich zu die Dieselpumpe zu wechseln. Noch immer ist es ziemlich warm, erst für die nächste Woche ist Frost angesagt.

Also auf zu Wanambi, Dieselpumpe wechseln. Das geht alles endlich mal schnell. nun die Leitungen entlüften, starten, sie läuft. Auf niedrigster Stufe brummt sie vor sich hin.

Es kann gepumpt werden

Die Bayerische Schneekatastrophe ist schuld. Erst War Weihnachten, dann war Silvester, dann kam der Schnee nach Bayern. In der Zwischenzeit wurde eine neue Pumpe zum Versand gebracht. Die fuhr erst mal in Richtung Wien, dann zurück nach Prag, dann über den Bayerischen Wald endlich nach Flensburg. Nun ist sie da. Das einzig Deutsche teil wurde gegen ein russisches ersetzt.

Noch ist es mild und so kann der Einbau ein paar Tage warten.

Zurück zum Ursprung

Nachdem alles nicht fruchten wollte, die neue/alte Pumpe nicht genug Diesel förderte und der Jahreswechsel vor der Tür steht, muss etwas geschehen. Warum Jahreswechsel, warum so ungeduldig? Die vergangenen Jahre zeigten immer wieder zum Jahreswechsel einen Frosteinbruch. Ohne Heizung müssten viele, viele Ventile, die Maschine, die Toiletten, die Wassertanks – eben das gesamte Schiff, frostfest gemacht werden.

Also kommt die Eberspächer DL3C zum Einsatz. Das Auspuffrohr passte, der Montagewinkel auch, Die Dieselleitung muss verengt werden. Strom muss irgendwie zum Brenner, die Steuerung braucht einen Platz. Kurzum es gestaltet sich fast wie ein neuer Heizungseinbau. Nach drei Stunden schnurrt das Schätzchen und beheizt den Raum.

Was nicht funktioniert ist die Regelung, sprich, man kann den Brenner nicht runterregeln – Mist, so kann er nicht durchlaufen.

Versuch macht Kluch

Ich habe noch eine “alte” Eberspächer  DL3C Heizung hier. Es wäre doch toll wenn, ja wenn, die Dieselpumpe die Planar betreiben könnte. Also los, die kleinere Pumpe im Gepäck, umbauen und Startversuch. – – – Nix geht, die Planarsteuereung entlockt der Pumpe ein zaghaftes klack————-klack. Die original Steuerung hingegen ein klackklackklack. Zusammen mit der geringeren Fördermenge reicht es nicht um die Planar Heizung zu betreiben – Mist.

Sie lief ja durch

die nagelneue Planar Heizung. 14 Tage verrichtete sie zuverlässig ihren Dienst und heizte Wanambi auf niedrigster Stufe auf 17°C im Inneren. Heute ging es zum Boot, es sollte so einiges gerichtet werden, unter anderem die Kühlschranknische an den Kühlschrank angepasst werden.

Es war verdächtig leise als ich unter die Plane kam. Schott auf, unter Deck Fehlercode 13 Erstauntes Smiley. Kein Diesel heißt das. Also Fehlercode löschen und Neustart – nichts. Der Tank ist voll, also in die Achterkajüte, Neustart, die Pumpe tut keinen Mucks. Ausbau, klopfen, wackeln, schütteln. Die Pumpe wird heiß, pumpt aber nicht.

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Frohes Fest.

Suchen und verfolgen

P1000401Gestern ja bereits angedeutet hab ich mich heute auf die Suche nach dem Originalverlauf des Abgasrohres gemacht. Es gibt im Heck zwei Borddurchlässe, einer für den Auspuff des Motors, der andere ist von unten als Verschlossen zu tasten. P1000402Jetzt, nachdem ich eine Heizung eingebaut habe kommt der Gedanke, es ist vielleicht der Auslass der Heizung gewesen. Also erst einmal alles gelagerte Zeug von dieser Kinderkoje wegräumen, die Deckel öffnen und von oben den möglichen Verlauf der Leitung erkunden. Der PVC Gewebeschlauch ist die Maschinenraum Entlüftung, da hängt der Blower dran. Der Auslass ist Geschickt in einem der Festmacher Poller versteckt.der Schlauch hat 38mm und könnte abgewandelt als Borddurchlass dienen.

P1000407Aber wo ist der Durchlass im Heck? Die Klappe zum Ruderquadranten zeigt den Auspuffschlauch, den Quadranten ein großes Loch und einen Gewebeschlauch mit etwas seltsamem aus (vermutlich) Kunststoff. Ich habe keine Ahnung was das für eine Maschinerie ist. Der Gaskasten wird nach meiner Meinung durch ein kleines Loch im Spiegel entwässert und entgast. An das Ding und den Auspuffschlauch kommt man nur über das achtere Cockpit und dort dem kleinen Schapp, von uns als Kabelschapp benutzt. Schaun wir mal, ob ich hier über den Winter noch dran gehe. Vielleicht zum Gucken…

Die Heizung lief das erste mal über Nacht. Das Thermostat war auf 3°C eingestellt. Selbst in der niedrigsten Stufe hatte es 19°C unter Deck. Viel toller, es war fast alles trocken, Kondensat nur an den Decksluken. Man kann jetzt prima mit dem Sweatshirt und Jeans arbeiten. Zum Sitzen sind die 19°C natürlich auf Dauer zu kalt.

Isolierversuch, Rohr fest

Heute ohne Bilder, ich habe die gekaufte Rohrisolierung aus Steinwolle und Alukaschierung um das erste drittel Abgasrohr gepackt. Danach Die Heizung gestartet, Uff das gibt Qualm. Nach etwa einer Stunde, der Qualm ließ nach aber der Geruch bleib habe ich die Isolierung abgerissen. Wahrscheinlich ist irgend ein Bindemittel da drinnen welches die hohen Abgastemperaturen nicht aushält. Kaum rausgerissen verzieht sich der “Duft”  und der Qualm ist auch weg. Nach dem herunterfahren schraube ich das Abgasrohr mit einer Schelle fest und  starte neu. Jetzt geht das gut.

Was mir auffiel, während der Startphase qualmt der Bordurchlass ordentlich. Wie ich mich kenne wird das noch einmal verändert, Abgas dort wo es hin soll, nach achtern in den vorhandenen Durchlass. Nicht jetzt, jetzt muss die Heizung erst mal heizen.