Endlich zeigen die Zeiger

Gleich nach dem Einkranen ging die Sysiphus Arbeit los. Aber erst mal waren fast zwei Wochen Warten auf besseres Wetter angesagt.

Schon beim Masten stellen begann es zu blasen, in Böen mit 7 bis 8 Bft. aus Ost. Damit wurde es zum einen lausig kalt und zum anderen alles andere als gemütlich halb hängend, halb liegen, halb über Kopf zu arbeiten. Es war einfach zu schaukelig um da wirklich voran zu kommen.

Dann war es endlich so weit, dass ich mich mit den Instrumenten befassen konnte. Die Raymarine Teile waren kein Problem. Einbau, Kabel dran, löpt. Dann die ausgetauschten Motorinstrumente. Drehzahlmesser, Öldruck, Öltemperatur. Irgendwie hatte ich beim Abziehen die Kabel falsch beschriftet. Die Temperatur verweilte unbeweglich bei 50°C, der Öldruck zeigte einen Druck aber sicher nicht den richtigen, der Drehzahlmesser sagte außer “ich bin eingeschaltet” gar nichts.

Die Folge, ein unkoordiniertes herumprobieren bei dem ich die Klemme W einfach als richtig ansah. Das war ein Fehler… Die einzige falsche Beschriftung war die Klemme W. Lange Rede – nachdem ich die Kabel zu den Gebern verfolgt hatte und nun die richtigen Signale in die richtigen Anzeigen gesteckt hatte ging wieder alles wie es soll.

Last Call

Heute geht es ans sauber machen und festschrauben.

DSC07394Die Kabel für die Instrumente werden noch durch das Loch in der Schiebelukgarage gezogen, unter den Garagen wird sauber gemacht, Das Deck ein wenig gesäubert, die Löcher zugeklebt und schon sind wir zum Einkranen bereit.

DSC07395Zuhause warten die Steckschotten auf die vierte Lackschicht, die hoffentlich bis morgen trocken ist. Noch schnell die Bumperline klarmachen und die Fender und Festmacher platzieren, fertig sind wir, während es um uns herum noch werkelt und staubt.

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Tja, die Hallenwetten gingen zu unseren Gunsten aus – Wanambi ist bereit zum Kranen.

Lack in Hell

Immer, nachdem ich von der Winterlagerhalle kam, hab ich in der Nacht noch schnell die Schiebelukgaragen und die Luken lackiert.

Hier nun das Ergebnis:

DSC07367Sieht doch eigentlich ganz gut aus, die Nachtarbeit. Schade nur, dass viel zu viel von der strukturierten “Antirutschfläche” vom Voreigner recht ungeschickt ausgebessert wurde. Das sind die Stellen mit denen ich alles andere als zufrieden bin. hier muss ich sehen welche Decksbeschichtung dick genug ist um DSC07369das zu verdecken.

Wir werden sehen, wie gut die Ecken vom Instrumententräger halten. Hier hab ich leider nur mit Epoxispachtel gearbeitet und nicht mit Faserspachtel.

 

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Wasserpass um Letzten

Schon vorgestern hab ich noch leichte Schatten am Wasserpass gesehen. So ist der Plan diese jetzt zu beseitigen. Eine letzte, dritte Farbschicht wird aufgetragen.

Aber erst einmal nachsehen was die “Spots” machen. Es sind nur noch ganz wenige, trotzdem entschließe ich mich die mit 400er Schleifpapier zumindest kurz anzurauen. Das Finish war eigentlich schon perfekt, bis eben auf die Schatten, die wenigen Spots wären kaum aufgefallen.

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DSC07157Also Farbe anmischen und nun wirklich eine gefühlte Ewigkeit “ruhen” lassen. Tja, was soll ich sagen, der Lack verläuft nicht so recht. Die letzte Schicht von vorgestern war wohl schon zu “alt”. Also ordentlich mit festem Druck rollen – so geht es. Irgendwie scheint es ein Kombination zu sein, DSC07158Silikon kontaminiertes Schleifpapier und ungenügende Ruhezeit.

Die dritte Runde geht nun schnell. Ab nach oben, Cockpit, und die beiden Schiebeluk Auflagen hab ich während der Ruhezeit für den Lack sauber gemacht. Einmal alles was DSC07159ich so sehe, mit einem alten Pinsel die tiefen Furchen ausmalen, mit der Rolle den Rest.

Jetzt sehe ich mir alles von unten noch mal an, der Lack bleibt stabil, was auffällt, die dritte Schicht ist eigentlich zu viel, wäre es wärmer würde sie nicht mehr ordentlich verlaufen und DSC07161eine kräftige Orangenhaut hinterlassen – so wie es im Summer letzten Jahres war. Jetzt wird das breite Abklebeband (Malerkrepp) abgezogen. Meine Herren, der Lack ist ordentlich drunter gelaufen – so schlimm hatte ich es nicht erwartet. Das gibt noch mal ordentlich Nacharbeit um die Kanten mit dem DSC07160Messer zu glätten. Das schmale Band ist so feucht, man kann es nicht abziehen, das geht erst morgen. So, wie die Krusten abschaben. Die Krusten würde mal sonst deutlich sehen. Klar, es wäre schlauer gewesen den Rumpf zuerst zu lackieren und die Zierstreifen und Wasserpass nachträglich auf zu lackieren. dann hätte ich halt keinen Anhaltspunkt gehabt wo der Streifen  gewesen ist. Außerdem ist man hinterher immer schlauer.

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Insgesamt bin ich zufrieden, wäre nur das Malerkrepp etwas dichter gewesen. Schade, es wird mal wieder einen zusätzlichen Tag kosten. Morgen wird erst mal Kantenband besorgt, dann der Rest vom Krepp beseitigt. Das Cockpit werde ich noch eine Runde lackieren, man sieht wo ich nicht gut gesehen habe. Sonntag dann kommt der Rumpf an die Reihe, wenn ich Sonnabend noch mal zum Entfetten komme.

Endlich ist es soweit

Das Mittelcockpit und die Auflage der Schiebelukgarage vom Achtercockpit sind geschliffen, von Kilioweise Silikon und anderen unbekannten Klebern befreit, gespachtelt, wieder geschliffen und jetzt bereit für den Lack.

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Was auf den Bildern aussieht wie nichts waren zu Schluss doch wieder zwei Tage Arbeit. Warum, um die Farbe für den Wasserpass und Zierstreifen optimal zu nutzen.

DSC07102Noch eher suboptimal ist die Kabeldurchführung an der Steuerbord Seite. Hier wurden Jahrelang Löcher gebohrt, zum Teil mit Silikon Dichtmasse zugeschmiert und zum Teil mit Faserspachtel ausgekleistert. Die Idee ist ein Rohr einzukleben um die hundertfach verbliebenen Hohlräume DSC07103zumindest für die Kabeldurchführung und die Kabel passierbar zu machen. Derzeit reiht sich hier Hohlraum an Hohlraum, so schlimm, dass man ein Kabel kaum aus dem richtigen Ausgang herausbekommt.

 

DSC07104Achtern wurde zu meiner großen Freude mit irgend einer Gelcoat Repair Paste versucht ein paar kleine Abplatzungen zu kaschieren. Hätte man das man gelassen. das Schleifen von diesem extrem harten Zeug kostet Nerven. Wie es so ist, man könnte hier und hier und hier noch gleich weiter machen, aber Priorität DSC07107hat der Rumpf. Nur wegen dem Wasserpass ist ja diese Orgie an Deck ins Leben gerufen worden. Na ja, vielleicht, wenn noch Zeit ist, kommt zumindest der Rahmen vom Deckel der Segellast noch dran.

Am Ende wird man all dem kaum etwas sehen, nur werde ich es wissen, und das ist ein gutes Gefühl. Schaun wir mal, Wichtig ist jetzt der Rumpf, dann sehen wir weiter. So wurstelt man sich von Loch zu Loch, von Baustelle zu Baustelle. Die Zeit rast, nimmt keine Rücksicht. Es ist jedoch am werden und zum Schluss wird es aussehen als sei es eine Kleinigkeit gewesen. Der größte Vorteil, man lernt das Schiff in jeder Ritze kennen, weiß wo alles, aber wirklich alles  ist und im Notfall kann man sich schnell helfen.

Versprochen ist versprochen

Jetzt also ein paar Bilder von der Endphase der Laminierorgie. Fast ein Woche Tag für Tag zwei bis drei Lagen Fasermatter mit Polyester einstreichen.

DSC07088Jetzt die letzten beiden Lagen und dann den alten “Deckel” drauf. Verpressen mit allem was so findet Zwinkerndes Smiley. Um dann am nächsten Tag doch Luftblasen zu finden. C’est la vie wie der Norddeutsche zu sagen pflegt. Oder besser, das tat nu wirklich nicht Not Zusatzarbeit auferlegt zu bekommen.
DSC07090Na ja, nach der Befreiung sieht es nicht mehr ganz so zum fürchten aus und man erkennt die Blasen recht gut. In Kölle tät man sagen, “Nix is so schläächt dat et nit för irgenwas jut is”. So kann ich immerhin einfach mal anbohren und sehen wo das Harz so hinläuft wenn man es einspritzt.
DSC07091Der “Kabelkanal” könnte noch geglättet werden, das tut aber im Grunde nicht Not, die Kabel werden einmal eingeklemmt und dann nie mehr angefasst bis eines der Instrumente das Zeitliche segnet. Wenigstens baumeln sie so nicht mehr in das Schiebeluk und reißen unvermittelt ab. Durch die Seite der Garage DSC07093kann man sie nach innen ziehen und unter Deck verbinden. Das ist durchdacht von Michel Dufour, wenn es denn so gedacht war Zwinkerndes Smiley.
Nach dem Verspachteln mit Sauerkraut sieht alles doch sehr versöhnlich aus. Bis auf die Luftblasen ist alles fast, wie es war. Die Asymmetrie ist französische Maßarbeit und so gewollt. Zumindest erfüllt die Garage ihren Zweck und man kann wieder drauf rumspringen ohne Angst zu haben einzubrechen.

Für den, den es interessiert – im Original war der Deckel als Hohlraum laminiert. Da waren zwei Hälften die aufeinander geklebt wurden. Danach wurde der Hohlraum über das nachträglich eingeklebte Dufour Loge mit Schaum ausgesprüht. Leider wusste man in den 70ern noch nicht welcher Schaum für solche Belastungen geeignet ist. Der verwendete PUR Schaum zerbröselte wie nichts, wie man auf den ersten Bildern sehen kann. Alle aufgedoppelten Lukendeckel sind auf diese Art hergestellt worden und ich darf sie einen nach dem anderen neu aufbauen… Mein Österreichischer E-Mail Freund und Mitstreiter Christian hatte mir das schon “angedroht”.

Kleben, kleben, kleben

Langsam wird es langweilig, euch Lesern und mir. Es will kein Ende nehmen. Wieder werden zwei Lagen Matte mit Harz getränkt, wieder wird Mangels der Möglichkeit diese Fläche abzusaugen mit dem kurz geschnitten Pinsel gestubst. Aber langsam sieht man wie die Dicke der Bauplatte erreicht wird.

Jetzt kommt die Frage wie es weiter geht. Faserspachtel um die Kanten zu verfüllen, dann noch zwei Matten, wieder Faserspachtel und der Deckel drauf – so wird es wohl ausgehen.

Nicht vergessen, am 10.03.2017 ist Ben in Oeversee – hingehen lohnt sich.

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Foto: Ben Hadamovsky www.hadamovsky.de

Alles über Ben uns sein spannendes Projekt: http://hadamovsky.dcs.kehrwasser.com/expeditionen-zum-wesentlichen/das-experiment-for-free/

Schiebeluk die Zweite

Das Harz ist gehärtet. Nun kommen die nächsten Lagen Glasfaser an die Reihe. Ich will einen Rahmen um die Bauplatte mit Glasfaser bilden und dann den original Deckel wieder aufsetzen. Zwei Lagen Glasmatte, und vier “Banderolen” um den Kabelkanal endgültig zu fixieren. Zu mehr hat es nicht gereicht.

Morgen noch mal – mal sehen – zwei oder drei Lagen.

Schleifen und abwaschen

Ich glaube jedes Handwerk fordert seinen Tribut. Meine Güte, der mühsam aufgetragene Spachtel wird verschliffen, und jetzt geht es an das Abwischen von dem Schleifstaub, der trotz der hervorragenden Absaugung am Rumpf geblieben ist.

Was stand auf dem Zettel? Gestern, Spachteln, schleifen, abkleben. Heute schleifen, abkleben und den Wasserpass zum ersten mal einfärben. Was hab ich gemacht? Gespachtelt, geschliffen, gewaschen, geschliffen, gewaschen.

Wenn ich da an meinen E-Mail Freund Christian aus Österreich denke, der all das auch noch 200%ig macht – da müsste ich ein weiteres Leben buchen um fertig zu werden.

Bald gibt es wider was zu sehen und Bilder, versprochen.

Lamentieren und…

Ach was, laminieren meinte ich natürlich. Abends nach Feierabend muss man einfach irgendwann mal was machen, wo man was sieht. Ewig in der EDV rumwursteln ist nicht so prickelnd.

Also ran an den Speck – nein die Schiebelukgarage. Ein Stück Bauplatte hab ich von Stölti, das wird zurecht gesägt, dann eine Glasfasermatte als unterste Lage zugeschnitten, dann wird Harz gemischt. geizig, wie ich bin, werden erst mal alle Reste Polesterharz aufgebraucht. Die Matte eingesülzt, die Baublatte aufgelegt und dann Kunstvoll mit Querbalken und Zwingen in Form gepresst, dann noch ein Stück Kabelkanal für die Instrumente einkleben, Gewicht drauf und das war es für heute.

Mit den Klebefingern will ich keine Kamera mehr anfassen. Ist aber eh kaum was zu sehen.