Undin hat ein neues Zuhause

Die Überführung war am Ende doch erfolgreich, das Vorsegel wurde vom Segelmacher geflickt, es war anscheinend nur der UV Schutzstreifen. Nun liegt Undin an der Mooring, wurde bestaunt und befeiert. Wir wünschen den Neuen Eignern mindesten so viele schöne und unvergessene Stunden wie wir sie hatten.

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Sommer?

Heute ist es warm, windstill, sonnig. Zum Glück noch nicht so warm, dass der Strand überlaufen ist und die Parkplätze knapp werden, aber man bekommt eine Vorstellung was uns erwarten wird wenn es wirklich warm wird.

Kaum bei Wanambi angekommen werde ich von Nils “gefangen genommen”. Mal eben schnell eine Boje zwischen die Molen legen und ein 3kn Schild auf einen anderen Pfahl montieren.

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Mal schnell… diese zwei Worte sollten beim Segeln und Reparieren oder Umbauen verboten werden. Erst springt der Außenborder nicht an. Also paddeln, erst zu den Molenköpfen. Leine Spannen, Boje anhängen. Dann ab zum Schild, eine ganz neue Art von Stand up paddeling. Schild ab, zum Dalben paddeln, Schild passt nicht, die Halter sind für einen kleineren Durchmesser gebogen. Dann noch schnell (schnell?) Vierkant zu Akamas bringen, dort soll sie morgen früh für den Motormann als Arbeitsplattform dienen. Schöne Paddelei, gegen den auffrischenden Wind.

Zuhause wartet ein Mail von Andrea…

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Der Einbau vom neuen Klo dauerte länger, sie sind gegen 15:00 Uhr los – genau zu der Zeit als es ordentlich aufbriste. Unterwegs passiert dann was passieren musste. Der UV Schutzstreifen, sowieso schon mürbe, ist abgerissen. Eigentlich kein Drama, aber sicher ärgerlich. Das hätte so wohl nicht passieren müssen. Bei 7 BFT trägt UNDIN keine volle Genua mehr. Zum Glück ist nicht mehr passiert.

Ein letztes mal

sitzen wir mit den neuen Eignern der Undin an Bord. eine Flasche Champagner wird geköpft, es wird geklönt, die letzten Tipps werden gegeben. Morgen soll die neue Toilette eingebaut werden und dann kommt Undin an ihren neuen Liegeplatz in Eckernförde.

Eine Zeit ist zu Ende

Heute war es so weit, die neuen Eigner der Undin kamen zur Übernahme. Die Segel wurden gemeinsam angeschlagen, der Geber für die Windmessanlage montiert. Der Diesel gestartet und los zum Probeschlag.

Undin Übergabe Juni 2015

Etwas ungewohnt und wehmütig war es am Ende doch, Segel setzen, und Kurs Ochseninseln. Es ist kaum Wind und so dümpeln wir mehr als wir segeln. Der Hauch dreht ständig und schiebt uns in Richtung Wassersleben. Jetzt brist es auf wenigstens mal 12 Knoten auf und wir können den neuen Eignern zeigen, dass auch ein Langkieler segelt, und das nicht schlecht. Um 3-4 Bft. mag Undin und zeigt was sie kann. Sie läuft gut Höhe, reagiert gut auf das Ruder ist agil und wendig.

Die neuen Eigner strahlen, endlich nach der langen Odyssee können sie ihr neues Boot genießen.

Probebrummen

Endlich schaffen wir es zu Undin zu fahren und den Motor Probelaufen zu lassen. Nach nun fast genau vier Wochen ist es ausgestanden. Die Regelung funktioniert wieder.

Was war schuld? Wir wissen nur die Ursache für das Hochdrehen, ein blöder kleiner Blechhebel für 37 Euro hat eine verbogene Lasche. Das wäre an sich gar nicht schlimm, aber er drückt mit der Lasche auf einen Anschlag und das sind die fehlenden Millimeter um die Regelung ansprechen zu lassen.

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Wie kommt so etwas? Das wird wohl für immer das Geheimnis des Motors bleiben. Vorstellbar sind zwei oder drei Szenarien. Die Ursache eigentlich immer die gleiche. Das Regelgestänge der Einspritzpumpe war aus welchem Grund auch immer nach der langen Standzeit festgeklebt, nein nicht wirklich festgegammelt sondern nur geklebt, vielleicht durch altes Öl, vielleicht durch minimale Korrosion. Auf jeden Fall schwergängig aber nicht fest. Beim Probestart war nun das Gestänge auf Halbgas blieb dort hängen und wurde nur durch den Ausmacher zurückgedrückt. Bei diesem zurückdrücken wurde die Lasche verbogen und das Unheil nahm seinen Lauf. Alternativ könnten die Federn überdehnt worden sein und als letzte Alternative könnte bei Ausbau vergessen worden sein den Gashebel auszuhängen. Letzteres ist unwahrscheinlich. Die überzogenen Federn sind auch unwahrscheinlich, also bleibt nur dass der Ausmacher gegen das leicht klebende Regelgestänge gedrückt hat und hier den Hebel verbogen hat.

In Ermangelung eines Vergleichshebels hat niemand den Fehler als solchen gesehen. Hätten wir einen intakten Hebel gehabt, wäre das eine Sache von einer Stunde gewesen den Fehler zu beseitigen.

Der Anruf

Schon gestern Abend, leider waren wir nicht zuhause, ein Anruf auf der Mailbox, die Nummer stammt vom Yachtservice, leider keine Nachricht. Heute Vormittag dann die Erlösung.

Klaas ruft an, der Motor läuft, tuckert vor sich hin und macht was er soll. Blöd, wir haben einen Termin am Nachmittag und können nicht schauen kommen.

Die Pumpe

So ganz langsam werden wir zu Spezialisten für den Volvo MD2020. Klaas hat die Einspritzpumpe ausgebaut, und wir haben sie zur Überprüfung nach Süderbrarup zum Bosch Dienst König gebracht.

Herr König meinte nur kurz, da sei sicher nichts dran, die Federn seien nicht gebrochen, sonst könne daran nichts kaputtgehen. Auf den Hinweis, die Pumpe sei zumindest teilweise zerlegt gewesen, meinte er nur, gut, dann prüfen wir sie ob alles gut ist.

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Die oberen vier Bilder zeigen den Urzustand, das untere den Abholzustand.

Natürlich war die Pumpe in Ordnung und wir sind kurz mal 140 Euro los. Aber bitte, nun ist wenigstens klar, dass es an der Pumpe nicht liegt. Jetzt warten wir händeringend auf die Lieferung der Hebel und Federn. Auch der “alte” Haudegen König meinte, es kann nur an der Regelung liegen… Es bleibt spannend.

Nichts zu sehen

Langsam macht es uns krank, Die Maschine der Undin läuft nun wie an einem Gummiband. Der Leerlauf ist nicht einstellbar, die Fliehkraftregelung arbeitet anscheinend überhaupt nicht.

Der Mechaniker weiß keinen Rat und wir laufen alle Motorenmenschen ab, telefonieren, versuchen eine Lösung zu finden, wer nichts macht ist … So langsam wird es unangenehm, die neuen Eigner scharren mit den Füssen, verständlich, und der Motormann hat zwar mal alles auf gemacht aber wieder zu gemacht ohne auch nur ein Teil einmal auf Verdacht zu tauschen.

Heute hocke ich daneben und beobachte ihn beim demontieren, es wird die Schubhülse getauscht, einfach mal zur Probe, wir haben sie besorgt.

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Es bleibt dabei, die Fliehkraftregelung arbeitet nicht. Jetzt bleiben die Federn und die Hochdruckpumpe selbst. Man kann bei der Demontage des Räderkastens schnell einen Fehler machen und eine der Federn an denen der letzte Hebel aufgehängt ist überdehnen. man sieht den Federn nichts an aber schnell sind die winzigen Dinger überdehnt oder eine Aufhängeöse ist aufgebogen. Theoretisch könnte noch die Zahnstange der Hochdruckpumpe ausgeschlagen sein, das wäre aber, wenn, eine Verschleißerscheinung die nicht plötzlich auftritt.

Sorgenkind

Fast eine Woche ist vergangen. Der Motor, nein, der Deckel der Fleihkraftregelung ist ab, alles ist, wie es sein soll. die Gewichte sind leichtgängig, die Stange der Verstellung läuft leicht, die Zahnräder sind wie neu.

Es ist zum verzweifeln, warum nur läuft der Motor von alleine auf hohe Drehzahlen? Die Hochdruckpumpe, das Gestänge nicht aber wirklich nichts lässt auf einen Fehler schließen. Am Dienstag nach Pfingsten ist der Volvo Mann bei Volvo Deutschland wieder da, vielleicht weiß der Rat.

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Mastsetzen

Wanambi bekam neue Oberwanten und ein neues Vorstag. Deshalb haben wir uns entschlossen den Mast separat zu stellen. Undin kam ins Wasser und wir wollten den Mast im gleichen Atemzug mit stellen.

Also ging der Freitag erst einmal mit dem Abenteuer Undin von der Galwik zum Yachtservice holen los. Erst einmal versuchten wir die Leute zu aktivieren um eine Begleitung für Undin zu haben. Nur Heiner war der rettende Engel, leider ohne Gummiboot sondern nur mit Nautilus konnte er stand by für den Notfall mitfahren. Es war ja auch noch Rumgegatta und da wollten wir nicht unbedingt mit Motorausfall zwischen den Großen Schiffen treiben.

Es klappte alles, inklusive dem Anleger mit der Restfahrt und gestopptem Motor sehr gut. Zuerst wollten wir den “einfacheren Mast der Wanambi stellen und dann mit Leinen Undin unter den Mastenkran verholen.

Von wegen einfacherer Mast, das Vorstag war zu kurz, der Mast zu weit nach hinten gekippt Also Mast etwas nach vorne stellen, und wir konnten das Vorstag einhängen. Dann den Rest der Wanten und die Achterstagen andrehen. Klasse, die bei den Achterstagen fehlen zwei Gewindestücke, suchen, nein, sie sind weg. also zwei Ersatzspanner aus dem Kasten suchen und anschlagen, wir brauchen ein Toggle. Nach einer guten Stunde stand der Prügel endlich.

Dann Undin verholen, Mast drauf, alles handwarm anziehen – das war der einfachere Mast, trotz verholen mit Leinen.

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