Klar zum Kranen

Noch einmal schnell Fenderleine, Fender und Festmacher ausbringen. den Zusatzbock zur Seite räumen, die Maschine zur Kontrolle starten.

Toll, der Yanmar begeistert mich immer wieder, nach einem halben Jahr springt er an als sei er gestern das letzte mal gelaufen. tolles Ding. Morgen geht es ins Wasser.

Durchlässe

Beinahe hätten wir es vergessen, die Borddurchlässe suchen nach Bewuchsschutz. Außerdem wird noch einmal der Durchlass kontrolliert. Der Propeller bekommt eine Schicht altes VC Offshore, wir werden sehen wie lange das nun hält und ob es vor Pocken schützt.

Letzte Hand

Ein schöner, sonniger Tag. Das lockt dazu Wanambi etwas Glanz zu geben. Im Wind, und da stehen wir ja, ist es recht kühl. Also das weiche Tuch mit Certonal getränkt und auf das Gerüst.

Die Lackierung hat ihre Fehler, der über 25 Jahre alte Lack verliert langsam seine Haftung, das hatte sich schon vor 3 Jahren mit kleinen Bläschen angekündigt. Die Bläschen sind mehr geworden. Wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren in den sauren Apfel beißen müssen und neue Farbe aufbringen.

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Aber jetzt wird erst einmal neuer Glanz aufgebracht, das versöhnt für die viele Arbeit am Unterwasserschiff.

Die letzte Schicht

Heute mal wieder ohne Bilder, darauf wäre nichts zu sehen, als dass ein rotbraunes Unterwasserschiff rotbraun übermalt wurde.

Das bisher einzige Manko des Systems, es gibt nur den einen Farbton und man sieht wirklich nur noch am Feuchtefilm wo man gerade gerollt hat. Gut, im Grunde ist das Antifouling für die Spritzapplikation vorgesehen, da können die geforderten 100µm in einem aufgesprüht werden. Beim Rollen schafft man nur 50 bis 60µm also zweimal rollen.

Der zweite Gang war offensichtlich sparsamer aufgetragen, mit vier Litern kommen wir zweimal rum.

Jetzt sind wir beide erst mal fertig, vier Tage Knochenjob mit den Schaumstoffrollen abwechseln gebückt, gestreckt, verdreht da werden die Muskeln müde und man spürt Stellen die man vorher gar nicht kannte.

Jetzt wird am Sonnabend, vielleicht auch morgen, noch ein wenig mit dem Pinsel ausgefleckt, dann kommt der Rumpf dran und danach sind wir fertig. Nächsten Freitag geht’s ins Wasser – Endlich, da gehört das Schiff hin.

Antifouling und Masten

Wir brauchen ja noch neue Oberwanten und ein neues Vorstag, so sind wir zum Yachtservice unseres Vertrauens gegangen und haben die letzten Details durchgesprochen.

DSC04122Ein imposantes Schauspiel war der tolle Nebeneffekt. Thea und Trivia sind seit ein paar Tage im Wasser, heute wurden ihre Masten gestellt. Wahnsinn, geschätzte 30 Meter Holzmasten werden aufgerichtet und durch das Deck gesteckt. Alles mit viel Ruhe und Vorsicht, mit einem Teppich werden die Masten beim Durchführen vor Kratzern geschützt. Zum Schluss hängt einer am Kranhaken über Deck für die letzten Installationen im Masttop. Wir kennen ja jede Menge der klassischen 12mR Yachten, seltsam, das Masten setzen haben wir nie erlebt. Ich muss sagen so imposant, wie jetzt am Kran, sieht das auf dem Wasser unter Segeln gar nicht aus .

Nachdem unsere Münder wieder geschossen waren ging es mit neuem Schwung zu Wanambi. Heute war die erste Schicht Ecofleet 238 an der Reihe. Gestern war es definitiv zu kalt mit nur 8°C, später sogar nur noch 6°C. Das Sigma Antifouling kann man dann zwar verarbeiten aber die Verarbeiter spürten nur wenig Lust sich in die Kälte zu stellen.

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So ging es los, zuerst das Aufrühren. Das Kupferoxid ist in einer Schicht am Boden. Der Akkurührer muss ordentlich arbeiten um den Bodensatz gleichmäßig zu verteilen. Die Schaumstoffrollen getränkt, und los geht’s. Ulli beginnt am Kiel, ich an Steuerbord Bug. Zuerst rolle ich allerdings die Flächen auf die die Stützen gewechselt werden, so bekommen die in einem Rutsch zwei Lagen Bewuchsschutz.

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Doch fast vier Stunden brauchen wir, zugegeben mit zwei Pausen zwischendurch. Allerdings haben wir gelernt, schnell Arbeiten bringt in diesem Fall nichts außer, dass einem am Abend die Knochen weh tun. Kurz vor 20:00 Uhr sind die letzten cm² übermalt.

Morgen kommt die zweite und letzte Schicht auf den Rumpf, dann noch etwa Konservieren, ein paar Scheuerstellen auf Ganz polieren und wir sind fertig für das Wasser.

Primer zum Zweiten

Der Sigma Vikote 18 Chorkautschuk Primer lässt sich wirklich toll verarbeiten. Allerdings sollte zum Rollen (Sigma empfiehlt Spritzapplikation) doch 10% Verdünner beigefügt werden. Ist es kalt, lässt er sich besser rollen, ist es heiß bleibt er länger offen.

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Die erste Schicht ist rau und nicht stark glänzend, das ändert sich deutlich bei der zweiten Schicht. Der Primer zeigt eine glatte Kunststoffschicht die schön in metallic Silber glänzt. Wie üblich kommt sofort die Frage, wird der Primer reichen? Haben wir zu viel aufgetragen? Müssen wir sparsamer werden?
DSC04099Aber ein Blick in die Dose beim Nachfüllen beruhigt, es wird reichen. In der direkten Sonne, ja, das gesamte Osterwochenende war ein einziger Frühling, lässt sich das Material nicht so gut verarbeiten. Das Lösemittel verdampft zu schnell und man muss Vorsichtig sein um nicht zu viel aufzutragen.

DSC04108Zum Schluss werden noch die mobilen Stützen versetzt, eine geniale Konstruktion, und die letzten Flecken verschwinden langsam im silbergrau des Primers. Diesmal haben wir etwas langsamer gearbeitet und vier Stunden für die zweite Schicht gebraucht. Dafür tun die Knochen nur halb so weh.

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Nun steht Wanambi im neuen Look da. Aluminiumfarben wartet sie nun auf das Antifouling. Zu lange darf damit nicht gewartet werden, sonst löst das Lösemittel die Oberfläche vom Primer nicht mehr an und das Antifouling wird nicht halten. Aber sind wir erst mal guter Dinge, morgen geht es weiter.

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Destruktiv–Konstruktiv

Endlich ist er da, der Wandel vom Kaputtmachen zum aufbauen. Die Hilfsstütze wurde nach vorne gebracht, hochgedreht, die Bockstütze abgeklappt und das endgültig letzte alte Antifouling heruntergekratzt.

DSC04089Danach noch schnell die Spachtelstellen schleifen und es geht los. Gestern hatte Ulli schon den Wasserpass abgeklebt und jetzt der spannende Moment.
Wie wird der Primer aussehen, welche Viskosität hat er, werden die 5 Liter reichen, wie lässt er sich verarbeiten?
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Also Deckel auf, aha, recht dünnflüssig ist der Chlorkautschukprimer. Na ja, trotzdem 250ml Verdünner dazu, es ist trotz Sonnenschein recht kalt und wir wollen kein Risiko eingehen.

 

DSC04092Etwa einen Liter verteilen wir nach gründlichem umrühren auf zwei Wannen.
Eine Velourwalze und eine Schaumwalze werden getränkt. Das erste AHA Erlebnis, anders als erwartet halten beide Walzen das aromatische Lösemittel aus, keinerlei Auflösungserscheinungen sind zu erkennen und DSC04095so soll es bleiben.

Das Material lässt sich wie ein Dünnschichtantifouling  rollen. Spritzen wäre sicher effektiver aber das geht bei dem Wind und vor allem bei dem geringen Abstand zu den Nachbarschiffen nicht. Da wäre die Umgebung silbergrau geworden. Das Rollen geht recht flott geht aber in die Arme, vor allem weil pünktlich zu Beginn der Arbeit ein schweinekalter Wind dazu zwingt die Farbwanne in der einen und die Rolle in der anderen Hand zu halten. Trotzdem, ein schönes Gefühl das gefleckte Unterwasserschiff wieder in einem Uni Ton zu sehen. Einmal um das Schiff braucht etwa 3 Stunden mit den kleinen Rollen. Morgen geht es weiter.

Kapriolen

Am Sonntag und Montag war ich für jeweils etwa eineinhalb Stunden beschäftigt, Natürlich schleifen, Kratzen und spachteln. Fast zum Schluss, am Montag hab ich endlich den Trick mit dem Exzenterschleifer raus. Laaaaangsam drehen, dann geht es auch mit dem groben Schleifpapier recht gut. Die seltsamen Stellen am Kiel und die eine Stelle am Wasserpass wurden gespachtelt. Steuerbord ist so gut wie fertig geschliffen – wird auch Zeit in 16 Tagen muss alles fertig sein.

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Und dann, heute Nacht, man will es nicht glauben die Sturmtief kamen weiter südlich als vorhergesagt wir haben nicht viel mehr als Starkwind mit vielleicht 7 bis 8 Bft in Böen abbekommen. Aber ein Temperatursturz von kühlen 8°C auf um die 0 bis 1°C. Der angekündigte Regen kam und war Schnee.  _1000847

Man mag es nicht glauben man mag es nicht sehen. Im Grunde war der Winter relativ mild, aber sehr feucht. Es ist genug mit diesem Wetter, grau in grau, nasse Kälte, Wind der gefühlten Frost verursacht.

Was bin ich froh von den Coppercoat oder VC Offshore Ideen abgekommen zu sein und ein Profi Antifouling gekauft zu haben. Das, wie auch den Primer, kann man sogar bei Frost verarbeiten. Mit Epoxidharzen wären wir ganz schön gekniffen.

Schleifen

Gestern hatte mir der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dauerregen den ganzen Tag. Dafür gab es heute Kaiserwetter, blauer Himmel, Sonne satt aber doch wieder recht kühl. Kalt ist aber nicht schlecht bei der schweißtreibenden Arbeit.

Also endlich die letzten sichtbaren Reste Antifouling abgekratzt. Ein paar kleine Stellen gibt es noch, die werden aber dann, beim Schleifen, vorher gekratzt. Einige Versuche an der Kielwurzel, so recht komme ich da noch nicht hin, wir wahrscheinlich mit der Topfdrahtbürste enden, nicht perfekt aber doch besser als die alten Krusten zu lassen wo sie sind.

Backbord hab ich mit dem Schleifen angefangen, es dauert eine Weile, bis der richtige Druck, die richtige Drehzahl und die richtige Ankantung gefunden ist, dann geht es aber recht gut. die erste Antifoulingschicht wurde wohl damals, so wie es gehört in das noch feuchte Epoxi gestrichen. Es hält so gut dass ich mir keine Mühe machen werde das alles runter zu schleifen. So etwa 6 kg sind im Staubsauerbeutel. Also Schätzungsweise 40 kg altes Antifouling sind runter.

Auf Bildern ist derzeit nicht viel zu sehen!

Steuerbord

ist nun endlich so gut wie fertig. Ganz unten am Rumpf/Kiel Übergang sind noch ein paar Stellen, dann ist es geschafft. Backbord ist nicht so schlimm, aber halt viel am Heck und die falschen Ziehrichtung für mich als Linkshänder.

Die Übergangsnaht hab ich mit der rotierenden Drahtbürste versucht. Na ja, es würd gehen aber die Geschichte ist nicht feinfühlig genug. Im Ergebnis eine neue 5 cm Stelle zum spachteln.

Überhaupt die Drahtbürsten scheinen völlig ungeeignet für solche Aktionen, vieleicht wäre ein weichere Messingbürste besser. Die Stahldrahtbürste greift erst mal gar nicht und dann mit Macht. Links drehen geht etwas besser, aber optimal ist anders.

Wieder war es dunkel, wieder keine Fotos…