Fock messen

Heute haben wir die Trockenheit ausgenutzt um die Winterplane auszubreiten und zu messen und die neue Fock zu messen. Hintergrund ist die angedachte Rollanlage für die Fock.

Das Vorstag ist 15,80 Meter, das Vorliek der Fock 15,10 Meter. Mit anderen Worten, wir haben 65 bis 70 cm „Luft“ für die Rollanlage. So kann man schon mal die eine oder andere Anlage ausschließen.

Bisher ist die einzige Anlage, die so flach baut, die von Facnor. Da gibt es zwei, einnmal die mit dem Gurtband und einmal die mit der Endlostrommel. Schaun wir mal was es noch gibt.

Also, dann mal die Reduzierung der Vorstagslänge bei diversen Anlagen:

Furlex:

Furlex S200 minus 870 mm

Furlex S300 minus 950 mm

Außerdem muß bei der Furlex generell ein Rückschnitt gemacht werden = Segelmachers Aufgabe.

Furlex passt also nur unter bestimmten Umständen, wenn überhaupt ohne das Segel ändern zu müssen.

Nemo:

Wonder Furl CR minus 835 mm

Wonder Furl DR minus 920 mm (geht auf keinen Fall)

Ist schon etwas besser, aber wenn es passen soll, dann auch nur mit Glück.

Profurl:

Da sind keine genauen Angaben in den Anleitungen zu finden, vermutlich liegt das Minus irgendwo in der Größenordnung Nemo, das System ist sehr ähnlich.

Facnor:

Facnor FD 210/230 minus 504 mm ACHTUNG im Topp muß die komplette Pressung noch abgezogen werden, also zur Sicherheit 605 mm insgesamt.

Facnor RC, die Endlosanlage baut lt. Prospekt eher etwas niedriger weil die Trommel flacher ist. Nachteil, man muß mit Doppelrollen die endlos Reffleine führen. Das gibt ein ziemliches Spinnennetz um die Anlage herum. Die Installationsanleitung sagt 307,7 mm im Minimum und 457,7 mm im Maximum werden für Trommel und Kopf verbraucht. Das ist eine Sensation!

Die FD oder besser sogar die RC würde mit dem CO Segel nahezu 100% harmonieren.

Es sieht doch alles nach Facnor aus, ich schau natürlich trotzdem noch mal rum.

Harken:

Harken MKIV Serie 1 Maximum 663 mm, Minimum 571 mm geringere Vorliek Länge. Damit kommt auch die Harken Anlage in Frage ohne das Segel kürzen zu müssen.

Plastimo:

Plastimo bietet die Rollreffanlage 1213T an. Im Paket ist Profil für 16,5 Meter Vorstag. Viele Kunststoffteile machen die Anlage leicht aber auch haltbar?

Sei es wie es ist, von den „verlorenen“ Metern schneidet die Anlage hervorragend ab. Ganze 562 mm verliert man in der Vorliekslänge, der Spanner ist zu integrieren, Die Anlage wird über das vorhandene Vorstag geschoben. Rollen, Leine und Abweiser kosten leider extra. Trotzdem, damit gehört sie zu den Kandidaten.

Messen

Die Vorstaglänge ist heute das Objekt der Begierde, also wurde die Länge mit einem Maßband gemessen. Natürlich auch gleich die „Gabel“ für das doppelte Vorstag. Es sollen ja Abmessungen für eine Rollanlage dabei herauskommen.

Bei 15,95 Meter bleibt der Schnappschäckel oben am Stag hängen. das wird dann wohl die Länge sein. Es ist doch weniger als ich dachte, die Geometrie und der Augenschein erweckten erst mal den Eindruck mehr Länge.

Ich werde demnächst mal die Abmessungen aufmalen.

Die Vorstagen

Super toller blauer Himmel und stahlender Sonnenschein. Heute Morgen hat Ulli erst mal im Garten gewühlt. Irgendwann muß auch das mal sein. Aber jetzt geht es in den Hafen.

Jan, unser Nachbar, schaut sich das Boot innen an. Er ist Tischler mit einer Leidenschaft für Bootsbau und hat gleich hunderte Ideen. Interessant, er meint der Ausbau geht im Wasser immer besser als an Land. Na ja das haben wir irgendwie auch so empfunden über den langen Winter. Aber bei den Lackiertipps wurde mir schwindelig . Spachteln, schleifen, vorstreichen, schleifen, noch mal spachteln, lackieren. Nö, so wie Schleiflackmöbel in den 70ern soll der Ausbau dann doch nicht aussehen.

Stefan kommt an Bord, er hat sein Geschirr dabei, wir kurbeln ihn in den Mast. Nach fünf Minuten ist alles erledigt. Der Lazy Jack (von wegen faul) hängt auf der richtigen Seite. Die Kurbelei geht ganz gut mit den Selftailing Winschen am Mast. Mir ist dabei aufgefallen was ich noch machen wollte, der Trenner muß verdreht werden, im Moment greift nur 1/4 oder weniger in die Zähne. Wollte ich nicht eine „to do“ Liste machen?

Lazy Jack im Mast

Mal eben kurz zu Lycka an Bord, Moin sagen, ein wenig dummgeschwätzt, ein wenig beim Segel anschlagen geholfen.

Jetzt an die Vorstagen, Das Drahtfall vorne befestigt, und dann die Stagen losgedreht. Ulli nach Backbord, ich nach Steuerbord, Quieck, Quieck, Die Wippe bewegt sich, der Stemball mal wieder nicht. Auf die Brücke und weiter auseinander. Quieck, Quieck krrrch, die Wippe dreht sich im Stemball. und bleibt am Spifall hängen. Jetzt muß mit Tricks gearbeitet werden, Wippe runter und dabei mit dem Stag schlagen, beim fünften mal dreht sich das Ding und hängt frei.

Ich bin glücklich, der gesamte Kram im Topp hängt wie er soll, beruhigend. Vorstagen erst mal schmieren und festdrehen, Achterstagen schmieren und festdrehen und zufrieden in das Topp schauen.

Ulli hat Erdbeeren und die wollten wir zusammen mit den Hamburgern verdrücken. Aber Heike und Bernd wollen zum Essen ins Hotel, ich lieber nicht, von dort riechen wir die ganze Woche das Fett, irgendwie wie Frittenbude. Es soll ja lecker schmecken dort, doch ich weiß nicht wirklich. Also erst mal der Vorschlag, nach dem Essen, dann verschoben. Wir sitzen noch ein wenig unter Deck, ich schmiere noch ein wenig Spachtel in Löcher und dann geht es nach Hause.

Schott Salon gespachtelt